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Seit jeher hat die Menschheit auf der Erde versucht, die Bedeutung und Symbolik von pyramidenförmigen Bauten zu verstehen. Dies trifft besonders auf die drei größeren Pyramiden des sog. Gizeh-Plateau zu, unter denen die größte auch als die des Pharao Cheops bekannt ist. Doch Cheops [Khufu] war nicht der Erbauer, sondern er hat sie lediglich verkleidet, und ihr eigentlicher Ursprung liegt weitgehend im Dunkel der Geschichte. Aber jene Oberflächenverkleidung war so perfekt, daß der Gesamtbau nahezu makellos im Sonnenlicht erschien. Doch nach mehreren Erdbeben begann man um das Jahr 1300 die Ummantelung zu entfernen, denn das Kalksteinmaterial wurde für den Wiederaufbau der Hauptstadt Kairo [El Kahira] benötigt.

Diese „Große Pyramide“ ist nicht die größte auf dem Planeten Erde (eine fast doppelt so große wurde durch Satellitenfotos im Reich der Mitte entdeckt), wohl aber ist sie die bekannteste, zumal sie etwa im Schwerpunkt der Landmassen der Erde errichtet wurde. In ihre Maße fließen mathematische Größen wie die Zahl des Goldenen Schnitt [phi] und die Kreiszahl [pi] gleichermaßen mit ein, dennoch wurde das dahinter verborgene Geheimnis ihrer Form bis dato nie überzeugend entschlüsselt. Das tatsächliche Alter und der Zweck ihrer Errichtung gibt uns also weiterhin Rätsel auf wie auch das der Kolossalstatue Sphinx und deren Bedeutung. Bis heute vermag niemand zu sagen, von wem und warum sie erbaut wurden.

Im nachfolgenden werden wir manche der Mysterien streifen, um die Neugierde des Lesers anzuregen. Einige der Pyramidenforscher wählten oder suchten andere als „wissenschaftliche“ Methoden, um den Geheimnissen etwas näherzukommen, doch dennoch gelang es ihnen selten – wenn überhaupt – jenen Schleier auch nur etwas zu lüften.

 

Form

Auf einem quadratisch angelegten Fundament erheben sich vier dreieckige Flächen, deren Spitzen sich oben berühren. Das Quadrat verweist auf die Verbindung zur Materie, wie auch ein Würfel als Symbol für jene gilt, während das Dreieck dem Geistigen oder Spirituellen entspricht. Und in der Tat verbirgt sich in einem Würfel unsichtbar ein Tetraeder, welcher spiegelbildlich doppelt  (Dualität) angelegt ist. Dieser Tetraeder wird sichtbar, wenn man den Würfel entlang der Diagonalen aufschneidet. Legt man danach die vier entfernten Teile mit den ursprünglichen Außenflächen gegeneinander, ergibt sich die Form einer Pyramide. Diese neu entstandene Figur ist wie ein nach außen umgestülpter Würfel, wobei nun die sichtbaren dreieckigen Seitenflächen die ehemaligen Berührungsflächen zwischen der Materie (Würfel) und dem Geist (Dreieck) darstellen. Man könnte jetzt auch interpretieren: Das in der Materie verborgene Göttliche hat sich geoffenbart – symbolisch gesehen.

 

Maße - Proportionen

Der Winkel zwischen Seitenfläche und Grundfläche ist mit 51,8° nicht einfach Zufall, sondern Planung, und sein Tangens  ist die Wurzel aus dem Goldenen Schnitt [phi]. Man käme auch zu dem gleichen Ergebnis, wenn man die Zahl vier  durch die Kreiszahl [pi] teilt, und eine weitere Teilung durch die Wurzel aus zwei  ergibt den Winkel 42° zwischen Kante und Grundfläche. Die Höhe von 147m errechnet sich mit der Wurzel aus 21.600 [360° x 60’], die Basislänge von 231m aus der Höhe mal pi/2 usw. - Auch in den Seitenflächen kehren diese Zahlengrößen wieder, sodaß sich eine Gesamtoberfläche von 86.400m² [4x 21.600] = 24x60x60 ergibt. Alle diese Ergebnisse mögen vielleicht heute nicht mehr den Originalwerten der Großen Pyramide entsprechen, aber sie lassen ahnen, daß sich hinter diesen nüchternen Zahlen etwas Größeres verbirgt, das unser Verstand noch nicht zu erfassen vermag. Es hängt dies offensichtlich mit dem Winkel 51,8° zusammen sowie der Umwandlung und Nutzung von kosmischer Energie, denn nur bei diesem Winkel sind sowohl Sinus  als auch Cotangens  gleich groß!

Auch der innere Aufbau der Großen Pyramide läßt ihren eigentlichen Zweck mit seiner ursprünglich technischen Funktion erahnen. Diese bekannten größeren Räume oder Kammern wurden zwar wegen ihrer Form von den Entdeckern als Königs- bzw. Königinkammer deklariert, doch erlag man hierbei einem Irrtum, denn in ihnen hat offensichtlich nie eine Bestattung stattgefunden, es gibt keinerlei Hinweise dafür. Auch waren die diversen Räume, Gänge und Kammern für solche Zeremonien völlig ungeeignet und z.T. viel zu niedrig und darüber hinaus zu steil angelegt. Ferner sind keine Hieroglyphen oder andere Inschriften vorhanden. Aber es ist auffällig, daß bestimmte Bereiche mit hartem Granit ausgestattet waren, während in den meisten übrigen Aufbaubereichen der Pyramide als „Füllmaterial“ Kalkstein verwendet wurde – wenn auch ebenso präzise bearbeitet. An vielen Stellen sind auch heute noch Spuren der Bauvorbereitung und Durchführung zu erkennen, die selbst mit der heutigen, modernen Technik z.T. nicht zu bewerkstelligen wären, denn es handelt sich um eine unglaubliche Präzision trotz der bis zu 70 Tonnen schweren Blöcke. Gleiches gilt auch für die bis zu 300 Tonnen und mehr schweren Obelisken und Statuen aus Granit.

 

Also bleiben immer noch die gleichen Fragen:

 

Wer hat die Große Pyramide gebaut?

Wann wurde sie erbaut?

Zu welchem Zweck, und was war ihre Aufgabe?

 

Literatur u.a.

Peter Tompkins, CHEOPS – Die Geheimnisse der Großen Pyramide

Hernann Ilg und H.P. Schaffer, DIE BAUTEN DER AUSSERIRDISCHEN IN ÄGYPTEN

Robert Charroux, Vergessene Welten; Die Meister der Welt u. a.

Joseph A. Seiss, The Great Pyramid: A Miracle in Stone

Jess Stearn, EDGAR CAYCE ON THE MILLENIUM

Wm. R. Fix, PYRAMID ODYSSEY

Patrick Flanagan, Pyramid Power

Elisabeth Haich, EINWEIHUNG

 

Das innere Wesen der Dinge

Bin ich mein Auto, oder nur der Fahrer . . . ?

Also bin ich der Erfahrer  der Reise meines Lebens mittels dieses Körpers – quasi als Seele  mittels dieses Vehikels Körper ?

Ein interessanter Aspekt, welchen erst jüngst der Autor Robert Schwartz in seinem zweiten Buch Your Soul’s Gift: die heilende Kraft des Lebens, das Sie planten, bevor Sie geboren wurden“  einem näherbrachte. Besonders die therapeutische Rolle von Tieren und Haustieren erscheint hier in einem völlig neuen Licht. Nun – wenn wir unser Leben so  planten, dann ging diesem Plan vermutlich etwas voraus, bei dem wir auch selbst beteiligt waren, und dessen Ausgang jetzt einer weiteren Korrektur bedarf, doch nun durch andere  Erfahrungen. Dies ist nur möglich durch einen anderen  Körper, vielleicht in einem anderen Land, einer anderen Nation, mit ähnlichen oder ganz anderen Mitmenschen usw.; doch wir selbst schufen und schaffen jedesmal die Voraussetzungen für das Lösen dieser Aufgabe – in kleinen Schritten, denn Zeit spielt hierbei keine Rolle, sondern nur das gesetzte Ziel … Reinkarnation als neue Gelegenheit …

Alles spricht dafür, daß es so ein System gibt, denn die Erde ist einer der Schulungsplaneten, und alles, was uns hier widerfährt, entspricht in seinem inneren Wesen in irgendeiner Form unserem Lebensplan. Wir sind und waren stets selbst dafür verantwortlich, doch die menschliche Natur neigt auch dazu, jene Selbstbeteiligung und Eigenverantwortung zurückzuweisen und die Ursache oder gar Schuld woanders zu suchen. Versicherungen und Religionen leben ganz gut von diesen menschlichen Schwächen, indem sie uns einige Sündenbock-Lösungen anbieten. Aber wenn wir die eigentliche Ursache bei uns selbst suchen, haben wir bereits den ersten Schritt für eine Lösung des Konfliktes getan.

Unser Körper ist das Werkzeug, und wir als Seele verleihen ihm die Kraft hierzu. Vertrauen Sie darauf und vergleichen Sie sich nicht mit anderen. Vertrauen Sie auf die Kraft Ihrer Seele, der individuellen Kraft von Ihnen als Seele. Hinterfragen Sie die Dinge und Ereignisse nach ihrer Botschaft für Sie. Das Ergebnis mag vielleicht unangenehm sein, aber jedes Problem birgt bereits seine Lösung in sich selbst! Zu Ihrem besten, was auch immer das sein mag . . . und neue Erfahrungen führen zu weiterer Erkenntnis . . .

Denn die Seele des Menschen ist unsterblich, und ihre Zukunft ist die eines Wesens, dessen Wachstum und Herrlichkeit keine Grenzen hat.

Das Ur-Prinzip, welches Leben gibt, wohnt in uns und außer uns. Es ist unvergänglich und ewig Segen wirkend. Es kann nicht mit den Sinnen wahrgenommen werden, aber jeder Mensch erkennt es, der die Erkenntnis sucht.

Jeder bestimmt sein Geschick, sein Glück oder Elend. Er selbst ist der Richter seines Lebens und gibt sich selber Lohn und Strafe.

 

Das Leben, das ich selbst gewählt . . .
 
Ehe ich in dieses Erdenleben kam,
ward mir gezeigt, wie ich es leben würde:
Da war die Kümmernis, da war die Gram, 
da war das Elend und die Leidensbürde.
Da war das Laster, das mich packen sollte,
da war der Irrtum, der gefangennahm,
 da war der schnelle Zorn, in dem ich grollte,
da waren Haß und Hochmut, Stolz und Scham.
 
Doch da waren auch die Freuden jener Tage,
die voller Licht und schöner Träume sind,
wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage,
und überall der Quell der Gaben rinnt.
Wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden,
die Seligkeit des Losgelösten schenkt,
wo sich der Mensch der Menschenpein entwunden
als Auserwählter hoher Geister denkt.
 
Mir ward gezeigt das Schlechte und das Gute,
mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel.
Mir ward gezeigt die Wunde, draus ich blute,
mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.
Und als ich so mein künftig Leben schaute,
da hört' ein Wesen ich die Frage tun,
ob ich dies zu leben mich getraute,
denn der Entscheidung Stunde schlüge nun.
 
Und ich ermaß noch einmal alles Schlimme -
"Dies ist mein Leben, das ich leben will!",
gab ich zur Antwort mit entschloss'ner Stimme
und nahm auf mich mein neues Schicksal still.
So ward ich geboren in diese Welt,
so war's, als ich ins Leben trat.
Ich klage nicht, wenn's oft mir nicht gefällt,
denn ungeboren hab' ich es bejaht.
 
 

 

 

... and this is all I have to offer you: my talks run several different ways, and so do the writings too. Some of them are instructive, where I give actual rules: do this, do that, if you want to accomplish this and that, but many of the talks are inspirational, because as Soul  you have the God knowledge within you. My main job is to awaken that knowledge and that love for the divine things that are already in your heart.

You are Soul, you are a child of God, and your spiritual destiny is to become

a co-worker with God, and to spread divine love to all those around you.

Sri Harold Klemp, the Mahanta, the Living ECK-Master

 

Seele existiert, weil Gott sie liebt.  Das bedeutet: Du existierst, weil Gott dich liebt.

 

... esto es todo lo que tengo para ofrecerte: Mis charlas toman diferentes rumbos, al igual que mis escritos. Algunas son instructivos, en ellos ofrezco reglas practicas: haz esto o aquello si quieres lograr esto o lo de más allá. Pero muchas de las charlas son simplemente para tu inspiración porque como Alma  tú tienes el conocimiento dentro de ti. Mi tarea principal consiste en despertar el conocimiento y el amor por las cosas divinas que ya existen en tu corazón.

Eres Alma. Eres un hijo de Dios.  Tu destino espiritual es convertirte en un

Colaborador de Dios para difundir el amor divino entre todos aquellos que te rodean.

Sri Harold Klemp, el Mahanta, el Maestro Viviente de ECK

 

 

 

 

Do all you have agreed to do.  Do not encroach on other persons or their property.  

Richard J. Maybury in Whatever Happened to Justice?

 

 

Was ist nur aus der deutschen Rechtschreibung geworden … ? 

Merke: "Schreibe und notiere nur so, daß die vorhandene oder gewünschte und angestrebte Betonung beim Lesen erhalten bleibt!"

Lieber Onkel Eric - Vor kurzem las ich das Buch „Die zahlreichen Leben der Seele“ von Brian Weiss  (Goldmann-Verlag), und nach einer Weile entdeckte ich den Grund, warum das Lesen so flüssig und angenehm war: es war in der guten alten Rechtschreibung gedruckt. Zu einem Weiterverleihen bestellte ich mir ein weiteres – doch siehe da: dies war nun in der neuen Rechtschreibung erstellt, da es sich um eine spätere Edition handelte (obwohl ebenfalls Goldmann-Verlag). Schon bei dem ersten „dass“ war ich irritiert und enttäuscht. Und meine weiteren Vergleiche der beiden Ausgaben bestätigten etwas, was ich schon vor einiger Zeit entdeckt hatte:  die Rechtschreibung vor  der Reform war nahezu genial, obwohl auch noch verbesserungsfähig. Gerade Sinn und Hintergrund der Zusammenschreibungen wurde mir beim Lesen nun noch bewußter, denn die richtet sich schlicht nach der Betonung bzw. der beabsichtigten Akzentuierung.

Weshalb nur wurde dies bei den Reformbemühungen nicht erkannt? Da las man lange und komplizierte Abhandlungen über „großschreiben“ und „groß schreiben“, „zusammensetzen“ oder „zusammen setzen“ usw., dabei ist es doch so einfach: aus der Betonung beim Sprechen ergibt sich die jeweilige Schreibweise, und dadurch ist dann auch sichergestellt, daß es entsprechend zurückgelesen wird. Ich hätte nun auch „sicher gestellt“ schreiben können, aber dann hätte ich ja zwei separat zu betonende Wörter gehabt, also auch mit Betonung auf „gestellt“.

Bitte gib mir eine Nachricht.

 

Liebe Chris , da hast Du absolut recht, und auch ich habe bei vielen Gelegenheiten wiederholt auf diese kausalen Zusammenhänge hingewiesen. Nur aus dem inneren Sprach- oder Sprechgefühl heraus kann man die korrekte Schreibweise ableiten. Genaue Regeln sind hierbei eigentlich nur Hilfsmaßnahmen, solange der Schreiber dies nicht erkannt hat. Denn sobald man auf die beim Sprechen erfolgende Betonung achtet, führt dies fast automatisch zur entsprechenden Schreibweise – vorausgesetzt, daß man korrekt gesprochen hat. Fast könnte man sagen, daß es sich hierbei um einen Bewußtseinsprozeß handelt.

Wo wir gerade beim „ß“ sind: ich vermute, daß Du auch diese Feinheit beim Lesen erkannt hast oder als nächstes danach gefragt hättest. Das kleine Wörtchen „daß“ springt einem wie ein Symbol als Ganzes schnell ins Auge und bewirkt, daß man flüssig weiterliest, ohne über das neue Doppel-s bei „dass“ zu stolpern. Und noch heftiger passiert letzteres ja bei Wörtern wie „Einlassschluss“ und sogar bei „bisschen“. Diese neue Schreibweise erinnert eher an das plattdeutsche „büschen“.

Ich würde mich freuen, wenn Du mir mal die beiden erwähnten unterschiedlichen Ausgaben ausleihen kannst, damit ich sie vergleichen kann. Irritationen oder Verzögerungen und Unterbrechungen beim Lesen sind eigentlich das schlimmste, was einem Editor passieren kann. Die nun neu vorgegebenen Schreibweisen haben aber genau das ausgelöst, ohne die angeblich davor vorhandenen Unsicherheiten beim Schreiben zu beseitigen; im Gegenteil: „das“ und „dass“ werden noch mehr als vorher verwechselt, und beim Lesen vermisse ich stets aufs neue das vertraute „ß“, was diesem Verwässern eine Grenze gesetzt hatte. Weshalb hatten da die Reformer so viele Probleme gesehen? Nun – weil sie sich vielleicht nie darum bemüht hatten und deshalb selbst nie herausfanden, wie all dies zusammenhängt. Oder waren sie einfach zu bequem dazu und setzten sich stattdessen mit mentalen Oberflächlichkeiten auseinander? Dennoch traurig und schade, denn unsere schöne deutsche Schrift oder Sprachschrift hat hierbei viel verloren …

Nimm doch mal in obigem Satz das Verb „zusammenhängt“ und schreib es auseinander: „zusammen hängt“ … na – siehst Du? Beinahe automatisch wandert nun die ursprüngliche und in diesem Zusammenhang korrekte Betonung von zusammen  auf zusammen  und hängt …, was natürlich einen anderen Sinn ergibt. Hierbei muß ich also als Schreiber sehr auf der Hut sein, um durch jeweilige Zusammen- oder Auseinanderschreibung dem Leser zu signalisieren, welche Betonung hier angedacht ist. Unsere deutsche Schrift – ich meine diejenige vor der Reform – war hierbei so nuancenreich in ihrer Vielfalt. Daher gestatte mir den Hinweis: Laß Dich durch diejenigen neuen Regeln, die schlechter sind als es zuvor war, bitte nicht entmutigen und schreibe bitte so, wie Du es für richtig hältst.

Eigentlich impliziert jede korrekte Aussprache bereits die korrekte adäquate Schreibweise, und jeder, der korrekt ausspricht, könnte eigentlich auf sein Sprachgefühl vertrauen. Am besten macht man die Stichprobe und versucht, das Geschriebene noch einmal laut (!) zu lesen; hierbei kann man am besten erkennen, ob die Rechtschreibung mit der Sprechweise stimmig ist …

Bis zum nächsten Mal, Dein Onkel Eric

 

Lieber Onkel Eric - heißen Dank für Deine schnelle Antwort, dann bin ich also mit meiner Meinung doch nicht so allein und könnte fast vermuten, daß sehr viele Deutschschreibende da ihre kleinen oder großen Probleme haben. Wäre es denn utopisch, auch andere zu ermutigen, sich weiterhin auf ihr Sprach- und Schreibgefühl zu verlassen und nicht auf die z.T. doch etwas absurden neuen Regeln? Meine Freundin meinte, das ginge nicht, denn die neue Rechtschreibung sei ein Gesetz … und ich dachte, es handele sich lediglich um Richtlinien und Regeln für die Schulen – leider …

Also, die beiden Bücher leihe ich Dir gerne, sie sind ohnehin vom Inhalt her revolutionär, sodaß man sie in wenigen Tagen durch hat. Und wie bereits gesagt: es ist so  angenehm, wieder in der guten alten Schreibweise zu lesen. Weißt Du – ich mag mir gar keine Bücher mehr kaufen, die ausschließlich in der neuen Rechtschreibung geschrieben sind, und ich halte Ausschau nach Verlagen, die sich bislang da noch nicht politisch dirigieren lassen. Mir fiel auch auf, daß sehr viele Ausländer und auch ausländische Schulen durch die neue Rechtschreibung sehr irritiert und in einem erheblichen Maße verwirrt sind. Zumal ja nun viele Werke in zweierlei Schreibweisen auf dem Markt sind – sogar alte Schriftsteller, die doch da außen vor bleiben sollten …

In Deiner Antwort hattest Du das neu gelegentlich erscheinende dreifach-s erwähnt – also ich denke, daß das ganz schöner Quatsch ist; das hier früher verwendete „ß“ diente doch schon rein optisch zur Differenzierung (merke: das Auge ißt nicht nur mit, es liest auch mit – kleiner Scherz …) und führte automatisch zur richtigen Aussprache. Und auch zur richtigen flüssigen  Lesweise, denke an die doofen (Entschuldigung) dreifach-l oder dreifach-f usw.; ich sehe gerade meinen Rolladen vor mir und überlege, weshalb ich nun Roll-laden sprechen soll oder etwa nicht? Denn die drei „l“ signalisieren mir dies, und wenn doch nicht, weshalb beließ man es dann nicht bei den zweien? Denn vor und hinter ihnen steht doch ein Vokal !?

Also bitte kläre mich und meine Freunde und Freundinnen hier auf, denn wir sind erneut in einige heiße Diskussionen eingetreten.

Bis bald, Deine Chris

 

Liebe Chris -  paß auf, daß Du da Dir nicht auch Kritiker oder gar Feinde zuziehst, denn es ist doch erstaunlich, wie viele Leute die neuen Schreibweisen gut oder (in Eurer Sprache) „cool“ finden, wohl aber nach meinen Beobachtungen vor allem, weil es dann so bequem ist:  bereits jedes Handy hat ein sog. Rechtschreibprogramm – von Computern ganz abgesehen. Bei meinem PC habe ich das ausgeschaltet, und es ist lustig anzusehen, wenn dann die neuen  Schreibweisen als falsch rot unterkringelt werden … doch geht dies bei neueren PC-Programmen auch noch?

Ferner spielt da eine gewisse Alibi-Funktion in der Allgemeinheit eine Rolle, denn trotz allen inneren Protestes kommt dann gelegentlich eine gewisse Angst vor der Obrigkeit zum Zuge oder gar Resignation: Wir können da ja doch nichts dran ändern. Daher nochmals mein Appell: Zivilcourage ist gefragt, um die guten Werte zu erhalten und zu bewahren. Kläre Deine Freunde über diese Zusammenhänge auf, und wer dann instinktiv spürt, wie er dieses oder jenes schreiben müßte, sollte dies sich zur Richtlinie machen. Letztlich kommt keiner ins Gefängnis, wenn er „falsch“ schreibt, denn dann wäre ja schon fast die ganze deutschsprachige Bevölkerung im Knast … (kleiner Scherz).

Sei behutsam bei Deiner Vorgehensweise, die geniale „alte“ Rechtschreibung zu verteidigen, aber sei auch konsequent! Denn von politischer Seite beobachtet man jetzt genau die Akzeptanz der „neuen“, nachdem man eigene Fehler bei der Durchsetzung erkannt hat – wenn auch kaum zugegeben.

Und berichte mir gerne über Deine Ergebnisse, Dein Onkel Eric.

 

Was ist nur aus der deutschen Rechtschreibung geworden … ? [2]

 

Lieber Onkel Eric , hier melde ich mich also wieder. Neulich sah ich eine Folge der Serie „Königlich Bayerisches Amtsgericht“ im Fernsehen -  und mir fiel beim Lesen des Nachspanns zum ersten Mal bewußt auf, wie sehr in den altdeutschen Schreibweisen die verschiedenartigen Darstellungen von Anfangs-s und Schluß-s das Lesen erleichterte, besonders beim Aufeinandertreffen der beiden im gleichen Wort: Schlußszene, Gerichtssaal (hier meine ich das schlanke und das runde s, die ich aber hier nur bedingt  darstellen kann: Schlußszene, Gerichtssaal ) – was kannst Du mir dazu sagen?

 

Liebe Chris - Ja, das war ja noch besser als die Aufeinanderfolge von ß und s bei der letzten Rechtschreibung, denn das Auge kann sich blitzschnell auf die nun auch optisch sichtbare Trennung der beiden Wortteile einstellen und die Symbolik automatisch entschlüsseln. Dagegen heute:  Prozessseite, Schlussszene – fast schaurig anzusehen und gar eine Beleidigung für das Auge, das nun vor dem Erfassen des Wortsinns erstmal sortieren muß …

Daß auch das Schluß-ss als ß geschrieben wurde und werden sollte, diente also ebenso vordergründig der besseren Lesbarkeit, weil dann beim Folgen eines weiteren Wortteils mit dem Anfangsbuchstaben s keine Verdreifachung erscheint. Es stand schon immer fest, daß letzteres den Lesefluß erheblich hemmen würde (Flussschifffahrt ), wie dies ja in abgeschwächter Form auch bei normal getrennten Schreibweisen störend wirken kann (das Fass schieben  gegenüber das Faß schieben ). Falls also möglich, sollte der Schreiber solche Buchstaben- oder auch Worthäufungen meiden (z.B. diejenigen, welche statt die, die ... usw). Lediglich bei nachfolgenden Einzelkonsonanten bleibt  es bei dem Kompromiß „drei gleiche Buchstaben/Konsonanten in Folge“ (Sauerstoffflasche ) – schon wegen der korrekten Aussprache, denn nun wird ja tatsächlich getrennt gesprochen, nicht jedoch bei Rolladen oder Schiffahrt.

Übrigens hätte ich auch bei der alten Rechtschreibung mir gerne einige logische Ausnahmen hierbei gewünscht, z.B. Russland  anstelle von Rußland, denn Rußland kommt ja von Russenland, wogegen Ruß sich auf den Kamin bezieht. Wie Du also siehst, gab es auch bei den „alten“ Regeln noch einiges zu verbessern.

Was steckt dahinter? Vergegenwärtigen wir uns, was beim Lesen abläuft: unser Auge liest den Text, und innerlich lesen wir „stumm“ mit, denn unser Lesezentrum im Gehirn verfolgt quasi via Augen das Schriftbild und vergleicht es mit der gespeicherten Symbolik der Wörter. Es erfaßt nahezu immer die Wörter und/oder Satzteile als Ganzes und ordnet ihnen gleichzeitig den entsprechenden Sinn und deren Aussage zu. Dieser Prozeß beschleunigt die Aufnahme und läuft weitgehend unbewußt ab. Auf diese Weise ist sogar ein sehr schnelles Lesen möglich. Tritt jedoch eine ungewohnte und vor allem unlogische Änderung auf, welche einen anderen Sinn impliziert oder in Gang setzt (eine falsche Trennung, Schreibfehler allgemein), gerät dieser Fluß unangenehm ins Stocken, unser „Lesezentrum“ reagiert irritiert und verhält sich nun wachsamer, unruhiger. Jeder kann dies bei sich beobachten, am besten beim Zeitungslesen, wo wegen der enorm schnellen Fertigung die Fehlerquote häufiger ist als bei Prosa-Literatur, die durch sog. proofreading  gut aufbereitet ist.

Es kann nicht oft genug auf diesen wichtigen Zusammenhang zwischen Symbolwirkung der Textteile und flüssigem Lesen hingewiesen werden, aber leider werden die allgemeinen Rechtschreibregeln zu sehr in den Vordergrund gestellt – vor allem bei den Diskussionen seit der sog. Rechtschreibreform.

Die meisten (nicht alle) der neueren Schreibweisen irritieren den Lesefluß ebenso, wie es der Fall wäre, wenn man einem japanischen oder chinesischen Leser einige leicht veränderte Schriftzeichen seiner Sprache vorsetzen würde. Es wäre der gleiche Hemmungsprozeß auf anderer Ebene. Und wie sehr diese einfachen Zusammenhänge unser Alltagsleben beeinflussen, dürfte noch jedem in Erinnerung sein, der sich in den letzten Jahren häufiger mit im Ausland erstellten Bedienungsanleitungen für technische Geräte auseinandersetzen mußte – und dies bereits lange vor  dieser unseligen Rechtschreibreform.

Daß all diese Neuerungen in die falsche Richtung gingen, erkannte man bereits daran, daß neue Großschreibungen eingeführt wurden, statt die bisherigen Zweifelsfälle zu vereinfachen (also besser im großen und ganzen  und nicht im Großen und Ganzen ). Eine Reform der Schreibweise ist nur dann sinnvoll, wenn der Lesefluß beschleunigt wird und wenn durch die neu angebotenen Schreibweisen die Sprach- und Schriftästhetik angehoben wird. Beim Lesen springt das Auge zügig über den Text, eilt im Idealfall voraus, um den Sinn zu erahnen und die richtige Betonung etc. in Gang zu setzen. Insofern erfordert die korrekte Schreibweise eine hohe Eigenverantwortung des Schreibers, damit die beabsichtigte Lesweise sichergestellt wird. Dieser Verantwortung im Umgang mit unserer Sprache und Schrift sollten wir uns stets bewußt sein und dieses wertvolle Kulturgut nicht leichtfertig verwässern lassen.

 

Lieber Onkel Eric , Danke für die ausführlichen Erläuterungen, das ist ja echt spannend. Ach, was haben wir da bloß für geniale Feinheiten unserer Sprachschrift aufgegeben, und wer um himmelswillen hatte denn solch blödsinnige Ideen? Mir wird nun auch klarer, was mir meine Freundin Marina nach ihrem au-pair-Aufenthalt in Spanien berichtete und was sie damit meinte, denn dort mußte sie sich ja wohl oder übel intensiver mit der spanischen Sprache und Schrift auseinandersetzen. Dabei war ihr aufgefallen, daß die Wortzwischenräume in einem Satz eine wichtige Funktion haben, denn sie signalisieren, ob das jetzt folgende Wort betont werden soll oder nicht – sie geben quasi einen Sprechrhythmus vor. Diese „Leertasten“ an der richtigen Stelle zu setzen, ist also in der jeweiligen Sprache verschieden und dennoch äußerst wichtig, und es macht überhaupt keinen Sinn, den entstehenden landestypischen Sprechrhythmus von z.B. Englisch oder Spanisch nun quasi „zweckentfremdet“ in die deutsche Schrift zu integrieren. Warum hat man denn das getan ??

Kannst Du uns beruhigen, damit wir wieder auf eine „normale“ Linie zurückfinden?

 

Liebe Chris, verzweifle nicht, sondern vertraue auf Dein inneres Sprachgefühl und Deine Intuition! Wir hatten diesen Punkt ja schon einige Male berührt, und ich bin da sehr zuversichtlich, daß die deutschschreibende Bevölkerung sich im Laufe der Zeit immer mehr ihrer zuvor besseren Schreibregeln erinnern und zu ihnen zurückkehren wird – und zwar auch die Jüngeren, denn die ältere Generation hat sich en gros diese Zwangsjacke der neuen Rechtschreibung garnicht erst überziehen lassen …

Auch von „staatlicher“ bzw. übergeordneter Seite beobachtet man die Akzeptanz weiterhin sehr genau. Sprache lebt und die zugehörige Schrift ebenso, aber beides gehört zusammen wie Musik und Notenschrift. Ändert man das eine, folgt das andere analog, und irgendwann werden auch die Reformer ihre großen Fehler hierbei eingestehen müssen. Erzähle Du bis dahin anderen von Deinen Erkenntnissen, damit sie ihre Ängste verlieren und nicht immer wieder sagen: „ich darf doch jetzt nicht mehr anders schreiben …“. Merke stets: Nur wer richtig und korrekt ausspricht, schreibt auch automatisch entsprechend richtig und korrekt. Vielleicht wäre dieser letzte Punkt bei Euch mal zu untersuchen und zu diskutieren? Laß mich wissen, was Ihr dabei herausgefunden habt

Dein Onkel Eric.

 

 

Schriftsprache oder Sprachschrift? 

Ein Volk bzw. dessen Kultur lebt durch die Sprache; letztere ist ein Ausdruck des Volksbewußtseins und reflektiert es. Nachdem jetzt einige Regeln der neuen Rechtschreibung die Sprache selbst zu verändern scheinen, hat sich stellvertretend für die Gruppe der „Macher“ dieses Reformwerks und als einer der maßgeblich mitwirkenden Kapazitäten Prof. Dudel bereit erklärt, hierzu Stellung zu nehmen.

Beitrag von Dietrich Deutschmann [2000]

 

DD: Herr Professor Dudel, mit einem gewissen Stolz bekundeten Sie, daß auch Ihre Gedanken in dieses Reformwerk mit eingeflossen sind, und Sie somit eigentlich die Hoffnung gehegt hatten, daß künftig das Standardwerk der deutschen Rechtschreibung Ihren Namen tragen würde. Letzteres ist aber nicht eingetreten, und inzwischen werden immer mehr Stimmen laut, welche nach einer Rückkehr zur früheren Rechtschreibung rufen; eine große deutsche Zeitung hat diesen Schritt sogar schon vollzogen („unwiderruflich“), und wie es scheint, werden weitere zur Nachahmung animiert. Bedrückt Sie das?

Dudel: Es handelt sich hier um eine wohldurchdachte Jahrhundertreform, die schon viel früher hätte erfolgen müssen. Die Gegner haben deren tieferen Sinn wie auch den einer Sprache noch gar nicht begriffen. Im übrigen haben wir uns bei allen Überlegungen davon leiten lassen, das Schreiben der Sprache zu vereinfachen ..

DD: ... was aber voraussetzt, daß zunächst einmal richtig gesprochen werden muß. Der etwas nachlässige Umgang mit der korrekten Aussprache ist ja nicht unbekannt, was gelegentlich zu Kalauern wie „ohne Gewehr" anstelle von „ohne Gewähr“ führt. Nur wer „ä“ auch ausspricht, schreibt das Wort richtig, so wie es auch „Käfer“ und nicht „Kefa“ heißt. In der Seeschiffahrt gibt es den Begriff des Korrespondentreeders. Manche schreiben aber „Korrespondenzreeder“, was ja falsch ist. Oder auch „Fluch(t)zeugführer“ anstatt Flugzeugführer, „Arbeizamt“ statt Arbeitsamt usw.; der richtige Umgang mit dem sog. Fugen-s ist ziemlich strapaziert, oft ist es eigentlich entbehrlich: Rat(s)haus, Rat(s)keller, Werk(s)foto, Arbeit(s)suchender etc., und hierfür gibt es ja eine ganze Reihe von Negativbeispielen des Umgangs mit unserer Sprache.

Dudel: Nun, der Sprecher weiß ja wohl, welcher Begriff gemeint ist, sodaß er dann schon richtig schreiben wird.

DD: Da bin ich aber baß erstaunt, dies aus Ihrem Munde zu hören, denn gerade das Fehlen dieser Vermutung bzw. des kausalen Zusammenhangs zwischen richtiger Aussprache und entsprechender Schreibweise werfen Ihnen die Reformgegner doch vor. Insbesondere die drastischen Sinn-Entstellungen durch unlogisches Getrenntschreiben haben zu einer Veränderung der Sprache selbst geführt. Und hier widersprechen Sie sich doch eigentlich. Sie kennen ja die nette Geschichte von den beiden Männern, die sich am Bahnhof treffen: „Ach, Sie fahren auch nach Bonn? Da können wir ja zusammen fahren.“ – „Ich bin schon zusammengefahren, als ich Sie gesehen habe!“ Ein Scherz, der davon lebt, daß je nach Betonung zusammengesetzte Worte nur dann ihren gemeinten Inhalt weitergeben können, wenn Sie richtig betont werden. Mit Ihrem fast radikal konsequenten Getrenntschreiben haben Sie die Sprache selbst verändert und damit die Kompetenz einer reinen Schreibreform überschritten! Darüberhinaus ist die Begründung der neuen Schreibweisen z.T. nicht nachzuvollziehen oder einzusehen: sich auseinander setzen schreiben Sie nun (neu) auseinander, aber sich zusammensetzen (wie bisher) zusammen, zufrieden stellen wiederum unlogisch auseinander; weshalb dann eigentlich nicht auch früh stücken ?

Dudel: Ich werde gleich darauf eingehen, aber was meinten Sie mit „baß erstaunt“? Das klingt doch sehr altmodisch.

DD: Wir ahnten, daß Sie darauf anspringen werden, denn dies war bei Ihrem konsequenten Reformgedanken Ihrer Aufmerksamkeit entgangen: Obwohl „besser" und „am besten" auf den altdeutschen Ausdruck „baß = gut“ zurückgehen, beließen Sie es bei der bekannten Schreibweise, anstatt nun „bässer, am bäs(s)ten“ einzuführen, vielleicht aber nur aus Unkenntnis? Bei „Stängel“ und „Gämse“ waren Sie da eher überkonsequent, zwar mit Logik und Verstand begründet, aber wo blieb die Vernunft? Ohne Vernunft und Gefühl bleiben Gedanken ein leeres Gerüst, und eine Sprache lebt nur durch das ihr innewohnende Gefühl. Zuerst war die Sprache da, und danach die Schrift, Sie aber stellen nun die Schrift auf Platz 1 und erwarten, daß die Menschen (die Sprachsprecher) sich diesem unterordnen. Verändert man die Sprache, verändert man auch den Menschen. Greifen Sie da nicht sogar in tiefkulturelle Zusammenhänge ein?.

Dudel: Oh, nein! Sie unterstellen uns da etwas, was weder beabsichtigt noch ausgeführt wurde. Wir hatten den Grundgedanken der Vereinfachung hinsichtlich der Schreibweise stets im Hinterkopf und wollten eine u.E. vorhandene Kompliziertheit auf einfache Regeln reduzieren. Die korrekte Betonung entsprechend dem innewohnenden Sinn liegt doch in der Verantwortung des einzelnen im richtigen Umgang und der richtigen Anwendung seiner Sprachregeln.

DD: Aber gerade das haben Sie doch hier außer Kraft gesetzt! Es ist eine uralte Regel der deutschen Sprache, daß bei zusammengesetzter Schreibweise („zusammengesetzt“) die Betonung auf nur einem Wortteil liegt (meistens dem ersten): hier also die Bedeutung „zusammen“ dominiert und die Richtung des Gesagten angibt, während bei einer getrennten Schreibweise („zusammen gesetzt“) die Betonung auf dem zweiten Wortteil liegen würde, in einigen Fällen auch auf beiden Teilworten, aber niemals nur auf dem ersten. Auf diese Weise ist es einfach und eindeutig, durch die Art des Zusammenschreibens dem Leser gleich den beabsichtigten Sinn zu signalisieren und aufzuzeigen (auf zu zeigen??). Noch deutlicher wird diese Wichtigkeit des Zusammenschreibens und die daraus resultierende Sinn-Betonung bei der korrekten Bezeichnung von Mischfarben: Mit Rosarot bezeichne ich ein Rot, das in Richtung Rosa tendiert, mit Gelbgrün ein Grün, das gelblich ist, mit Grüngelb dagegen ein Gelb, das ins grünliche geht. Erst wenn beide Farben gleichrangig sind, schreiben wir Rot/Grün oder rot-grün. Diese in Generationen gewachsene Eigentümlichkeit und Regel der (nicht nur deutschen) Sprache setzten Sie nun einfach außer Kraft, so als hätten frühere Sprach- und Schriftexperten keine Ahnung gehabt.

Dudel: Nun, bei einer (gewünschten) Vereinfachung bleiben zwangsläufig auch Traditionen auf der Strecke ...

DD: Wer hat Vereinfachung denn wirklich so gewünscht, wenn nunmehr inzwischen zwei Drittel der deutschen Bevölkerung die neuen Regeln ablehnen? Wenn sogar im Ausland dort einheimische Lehrer, welche die deutsche Sprache unterrichten (z.B. in Rumänien, wo in einigen Gegenden Deutsch Pflichtfach ist) eine Vereinfachung nicht sehen, schon gar nicht deren Notwendigkeit, und das neue Werk als komplizierter empfinden und bei der ganzen Reform die wirtschaftlichen Aspekte als vordergründig vermuten? Doch lassen Sie uns ein weiteres Beispiel erörtern, und hier würden wir gerne (neutral) auf eine andere Sprache zurückgreifen: Wenn Sie im Englischen das Wort night sprechen, haben Sie unbewußt in der Imagination dessen Schreibweise vor Augen, das gleiche trifft auch auf das Wort knight zu; wie Sie wissen, werden beide gleich ausgesprochen, aber beim Sprechen weiß man innerlich, ob Nacht oder Ritter gemeint ist. Ähnlich ist es auch bei right und write (richtig bzw. schreiben) usw., es gibt derer viele Beispiele. Diese Kausalität läuft unbewußt ab, steuert aber im Hintergrund das jeweils erforderliche Sprachgefühl hinsichtlich Sinn und Bedeutung dessen, was ich ausdrücken will. Erst auf diese Weise kommt ja dann die richtige Kommunikation mit meinem Gegenüber zustande, indem wir Regeln anwenden, auf die wir uns verständigt haben.

Auch in der deutschen Sprache ist dies so. Wenn Sie das Wort „Schiffahrt“ sprechen, haben Sie es unbewußt auch so geschrieben gedanklich im Bewußtsein. Das gleiche gilt für „Mißstand“ usw., also Worte, wo infolge der neuen Schreibregeln nun eine irritierende Konsonantenverdreifachung erscheint (anders als bei den bisherigen gerechtfertigten Ausnahmen wie z.B Sauerstoffflasche, um Verwechslungen zu vermeiden). Da Worte in ihrer geschriebenen Ausdrucks- und Erscheinungsweise auch ein Symbol als Ganzes implizieren, indem sie stellvertretend für die gesprochenen Worte stehen, greift unser Gehirn auf eine in der gesamten Menschheitsgeschichte gewachsene Symbolik für das Erkennen und Umsetzen zurück; darin sind als Basis Einzelsymbole und deren Doppelung enthalten. Dies ist in allen bekannten Sprachen und Schriften so. Eine Verdreifachung kommt - bis auf einige wenige Ausnahmen - nicht vor, weil sie beim Lesen zu Irritationen führt. Die einfache Doppelung hat die beste Signalwirkung. Nehmen wir das Wort Schiffahrt: Das Lesezentrum unseres Gehirns liest Schiff und fahrt und akzeptiert es als normal, daß sich unter dem letzten Buchstaben von Schiff der erste des folgenden Wortes Fahrt versteckt, das „f“ an dieser Stelle quasi eine Doppelfunktion hat. Es vermißt diesen Buchstaben überhaupt nicht, entschlüsselt die Symbolik der Buchstabenfolge also verzögerungsfrei, und das Wort wird flüssig gelesen, denn niemand spricht Schiff-fahrt, also getrennt!

Dies hat nichts damit zu tun, daß wir dies vielleicht nur so „gewohnt“ sind. Erst bei Erscheinen eines dritten gleichen Buchstabens gerät der Lesefluß ins Stocken. Eine Verdreifachung ist uns als Wesen der Dualität und Polarität eher wesensfremd. Den gleichen Störeffekt haben Sie mit Ihrer Reform nun auch durch die Auflösung des scharfen „ß“ bei nachfolgendem „st“ bewirkt: Mißstand liest sich flüssig, aber Missstand irritiert das Lesezentrum, weil es nun sortieren muß: welches „s“ gehört wohin oder wozu? Ähnliches passiert bei nachfolgendem „ch“ oder „sch“ oder "sp", z.B. bisschen statt bißchen, oder Flussschifffahrt statt Flußschiffahrt, oder Schlussspurt statt Schlußspurt. Und überhaupt hat die Auflösung des „ß“ in „ss“ zu noch mehr Verwirrung geführt; nach unseren Beobachtungen wird die neue Regel wahllos verwendet, weil die meisten sie nicht begriffen haben. Damit haben Sie ja leider eine echte Lesehilfe der deutschen Schrift „beseitigt“, und das und daß bzw. dass werden weiterhin verwechselt, denn in den „Köpfen“ hat sich ja nichts geändert!

Man hat den Eindruck, als hätten die Reformer die neuen Rechtschreibregeln gängigen Computerprogrammen untergeordnet, quasi die Vernunft dem Maschinendenken geopfert.

Wie sehen Sie das hier?

Dudel: Nun, das klingt etwas hart, aber vielleicht haben Sie da nicht ganz unrecht, ich möchte dies aber dann eher positiv sehen, indem wir uns die fortschreitende Technik hier zunutze machen; die Gebrüder Grimm ahnten ja damals noch nichts von solchen revolutionären Erfindungen.

DD: Verzeihung, Herr Professor Dudel, aber auf uns wirkt Ihre Schwärmerei für die heutigen Fazilitäten der sog. Künstlichen Intelligenz etwas naiv, und deren superkonsequente Anwendung auf Bereiche wie den hier diskutierten fast pervers pedantisch. Wollten Sie und Ihre Reform-Kollegen sich denn da mit einer Buchstabentrippelung ein Denkmal setzen? Unseres Wissens kommt eine Vokal- oder Konsonantenverdreifachung in keiner anderen Sprache bzw. Schrift vor, und in der Tat ist sie gegen die ratio, quasi „gegen den gesunden Menschenverstand“, also schlicht und einfach eine „Spielerei“. Und in gleichem Maße sind die in einigen Bereichen unsinnigen neuen Trennungsregeln abzulehnen, selbst in „seriösen“ Druckwerken bleibt man neuerdings nicht mehr davon verschont. Beispiele: A-bart, Altbauer- haltung, ansch- ließend, Die- trich, Eib- rot, Falls- trick, Fi- schotter, Gas- traum, gebe- amt, Geburt- sorte, Geh- alt, Gesch- natter, Gratisti- schwein, Kau- fladen, Ö- leimer, Paten- tanker, Pot- tasche, Ra- decke, Sie- beinlage, Sti- leiche, Tee- nager, unse- reiner, Wacht- raum, Wei- ßeule, Zuflucht- sorte, Haluzi- nation etc. etc.; irgendwie machen wir uns doch da lächerlich!

Sie propagieren "Trennung nach Sprechsilben", ihre neuen Regeln basieren aber auf einer im Ansatz  bereits falschen Aussprache, z.B.: Man spricht (korrekt) teen_ager [tien-äidscher] und nicht tee_nager [tie-näidscher hieße ja tea nature], oder auch mit_ein_ander und nicht mit_ei_nander usw.; falsche Vorgaben müssen zu falschen Ergebnissen führen. Man spricht nicht Bäk und ker (also beide k getrennt), sonder "Bäk_ker" (hinter dem ersten k bleibt der Gaumen geschlossen); und analog Schiff- fahrt: man spricht "Schiff_fahrt" und nicht Schiff und dann fahrt (nach dem Doppel-f von Schiff bleibt das f auf der Lippe erhalten und geht in das von Fahrt hinüber); ähnlich ist es bei "Roll-laden" usw. Generell erscheint auch bei der getrennten Schreibweise beim Sprechen keine Lücke. Und  noch ein Beispiel zum Zusammenhang zwischen richtiger  Aussprache und Schreibweise: Portmonaie spricht man "Portmonä", die neue Schreibweise Portmonee ist daher nicht gerechtfertigt. Wir bleiben dabei: Nur wer korrekt ausspricht, schreibt auch korrekt, eine Reform war da total überflüssig. Eine Korrektur der oft allzu gedankenlosen Sprechweise oder lässigen Aussprache war und ist da eher überfällig!

Dudel: Die exakte Ausführung der neuen Regeln durch Anpassung der Computerprogramme ist nicht unsere Sache, sondern Angelegenheit der Software-Hersteller, ich gebe zu, daß da noch einiges unausgegoren umgesetzt wurde; aber das ist ja korrigierbar. Ich bleibe dabei, daß wir hier kein Sprachkulturgut angekratzt haben, sondern im Gegenteil ein neues Sprachverständnis ins Leben gerufen haben. Einfache, einleuchtende und plausible Regeln. Die Verwirrung, die Sie so sehr betonen, findet m.E. nur in den Köpfen derjenigen statt, welche sich allen Neuerungen gegenüber sperren. Im übrigen sollten jene sich nicht so einfach über diese gewaltigen Investitionen hinwegsetzen, die das neue Regelwerk mit und nach sich zog und zieht. Wir können das nicht wieder einfach zurückdrehen und wollen es auch nicht. Das Ergebnis ist eigentlich gut. Wie Sie wissen, hatten wir einige Zeit vor der endgültigen Verordnung probeweise auf den Titelseiten größerer Tageszeitungen über mehrere Wochen hinweg bereits nach den neuen Rechtschreibregeln drucken lassen; es fiel kaum jemandem auf, sodaß man von einer Akzeptanz der Bevölkerung ausgehen konnte.

DD: Aber das ist doch Augenwischerei. Die Leser waren inzwischen ja gewohnt, daß ihre Zeitungen gelegentlich von Rechtschreibfehlern strotzten, man nahm auch unsinnige Trennungen eher schmunzelnd zur Kenntnis, weil die Grenzen der EDV-Software bekannt waren. Aber so etwas dem ganzen deutschsprachigen Sprachraum quasi verordnend überzustülpen, das war doch hart. Sie hatten sich ja nicht einmal „vor Ort" erkundigt, also da, wo die Sprache lebt, und dort, wo Neues entsteht: beim Volk (dem Volke aufs Maul schauen, um mit Luther zu sprechen). Und der Protest der eigentlichen Sprach- und Schriftexperten, der Dichter und weiterer „Hüter des deutschen Sprachkulturgutes“ ließ ja nicht lange auf sich warten.

Selbst in sich waren Sie ja inkonsequent. Sie wollten die Schreibweise von Namen beibehalten, aber dem „Delphin“ beispielsweise, der sich fast in der ganzen Welt mit „ph“ schreibt, verordneten Sie ein „f“. Auch dies führt wiederum zu Irritationen beim Lesen, denn nun entdeckt unser Lesezentrum in dem Wort Delfine ganz schnell das Wort Fine, die Umsetzung der Symbolik wird also gehemmt. Insgesamt sehen wir - und mit uns scheinbar der größte Teil derjenigen Menschen, welche sich mit der deutschen Sprache und Schrift befassen, egal ob sie nun auch hier leben oder nicht - bis auf einige Ausnahmen nur wenig Vereinfachungen. Nicht nur, daß die Lesbarkeit schwieriger und verwirrender wurde: Sie sind im Begriffe, die Sprache und das Sprechverhalten selbst zu verändern; war dies tatsächlich nicht beabsichtigt? Dann sollten Sie es schnellstens korrigieren. Eher hätte man daran denken sollen, den Menschen in den deutschen Sprachräumen wieder das richtige Sprechen durch korrekte und deutliche Aussprache beizubringen oder sie zu ermuntern und zu animieren, sich dahingehend disziplinierter zu verhalten. Die korrekte Schreibweise hätte sich dann von selbst ergeben, auch schon in der Vergangenheit.

Symbolische Begriffe wie Stengel mittels einer umständlichen Erklärung durch Stängel zu ersetzen ist schlicht absurd, denn niemand würde beim Anblick einer Blume oder Anfassen eines Stengels an eine kleine Stange denken. Und niemand wird nun statt Gemse „Gämse“ sprechen, also mit „ä“! Sehen Sie die Diskrepanz? Bei Eltern bekamen Sie ja dann auch kalte Füße: dies und andere "heikle" Schreibweisen hätten Sie doch ernüchtern und auf den Boden der Realität zurückbringen müssen. Sollen wir mit dem nun entstandenen Wirrwarr leben? Dann doch lieber zurück zu den alten und vertrauten Regeln (sprich: denen wir vertrauen). Lassen Sie das Volk selbst seine Sprache und Schreibweise verändern, es wird die entsprechenden Signale setzen, wenn es soweit ist.

Die Wirkung der reinen Wortsymbolik sollten Sie nicht verkennen, recht deutlich wird dies z.B. an den Schriftzeichen der Japaner. Auch unsere westliche Welt benutzt weitgehend solche Symbole, nur bestehen sie dann aus zusammengefügten Buchstabengruppen; der eigentliche Ursprung ist dann wirklich von sekundärer Bedeutung. Reißen wir also zusammengehörige Wortkombinationen auseinander, spalten wir das originär nur als Einzelsymbol gedachte Mehrfachwort (es können ja auch mehr als zwei zusammengefügt werden, wobei aber die erwähnten Regeln und Vereinbarungen nicht außer Kraft gesetzt werden) in z.B. zwei Einzelsymbole, wodurch sich naturgemäß ein anderer als der beabsichtigte Sinn ergeben muß. Ich frage Sie also nach Ihrer Meinung zum Ende in o.a. Geschichte: Sind die beiden Herren nun zusammengefahren oder zusammen gefahren?

Dudel: Ach, die werden es schon selbst wissen, Sie reiten da ein wenig auf dem zugegebenermaßen nicht so glücklich geregelten Getrenntschreiben herum, das sich übrigens in Ihrem Beispiel gar nicht ausgewirkt hat, hier blieb es bei der alten Regelung, ...

DD: ... Wir hatten das Beispiel lediglich zur Verdeutlichung herangezogen!

Dudel: ... und die Auslegung solcher Grenzfälle und die empfohlene andere Umsetzung in der Praxis durch (z.B.) Einfügen von Bindestrichen setzt sich doch inzwischen durch.

DD: Aber warum wurden dann überhaupt die bewährten alten Regeln gekippt, wodurch ja dann erst dieses Verwirrspiel in Gang gesetzt wurde? Gab es da denn hierfür einen zwingenden Anlaß, also Handlungsbedarf?

Dudel: Bereits vor vielen Jahren entstanden Ansätze, die deutsche Rechtschreibung durch mehr Kleinschreibung zu vereinfachen, Dänemark z.B. hat dies ja erfolgreich durchgeführt. Wir wollten nicht ganz so radikal sein, indem wir bis auf Eigennamen alles klein schreiben, daher denke ich, daß bei uns ein guter Kompromiß entstanden ist. Allerdings wurden bei dieser Gelegenheit weitere Vereinfachungen eingeführt, wozu die bereits diskutierten gehören.

DD: Sicherlich ist die Groß- und/oder Kleinschreibung in vielen Fällen unkomplizierter geworden, gleichzeitig haben Sie aber auch - völlig neu - in einigen Bereichen eine neue Großschreibung eingeführt, und zwar m.E. wiederum mit einer etwas weit hergeholten Logik begründet, die in vielen Fällen nicht nachzuvollziehen ist, da eher inkonsequent. Vor allem: wo war bei letzterem die Notwendigkeit? Viele Mitbürger hätten sich da lieber gewünscht, Grenzfälle, bei denen der einzelne seit Jahren rätselte "groß oder klein?", künftig im Zweifelsfalle schlicht klein zu schreiben. Das wäre ja dann ein Schritt in die Reformrichtung gewesen, anstatt zurück wie nun geschehen. Sie begründen die neue Groß- und Getrenntschreibung bei (neu) Rad schlagen und Rad fahren z.B. damit, daß Auto fahren ja auch so geschrieben wurde; dabei hätte man aber logischerweise künftig autofahren dem radfahren angleichen sollen und nicht umgekehrt. Bei diesen speziellen Regeln haben Sie sogar zwei Verwirrungsaspekte gleichzeitig verwendet. Beispiele: haltmachen ist etwas anderes als Halt machen, teppichklopfen etwas anderes als Teppich klopfen usw.; „haltmachen“ impliziert den Sinn „anhalten“, ist also ein erweitertes Verb, aber weiterhin nur ein solches. „Halt machen“ impliziert „Rast oder Stillstand einlegen“ usw., „teppichklopfen“ meint einen „auf den Teppich bezogenen“ Reinigungsvorgang, daher teppichbezogen (teppich ist also hier kleingeschrieben richtig!), wobei „Teppich klopfen“ ins Detail geht, indem es sich auf das „Klopfen“ bezieht, d.h. es wird hier nicht geschüttelt o.ä.; oder nehmen wir „unrecht haben“: hier wird mit der Verb-Erweiterung ein Zustand des Seins ausgedrückt, ebenso wie bei „ich habe unrecht getan/gehandelt“. Erst mit der Formulierung „sich im Unrecht befinden“ oder „ich habe ein Unrecht begangen“ begeben wir uns zum Substantiv; leider führten Sie auf dieser Schiene mehrere befremdende Neuerungen ein. Ähnlich ist es bei: es tut mir leid und es tut mir Leid an.

Hier hätten Sie gut daran getan, die unkomplizierten und eindeutigen Regelungen nicht anzutasten, dagegen die haufenweise bekannten Unsicherheiten zu vereinfachen. Da war doch Handlungsbedarf, für dessen Umsetzung sicherlich sehr viele Mitbürger dankbar gewesen wären. Stattdessen boten Sie unlogische Punktierungskürzungen, die dann im Zweifelsfall wieder aufgeweicht werden dürfen, funktionierten die nun eingesparten Kommas/Kommata um in Bindestriche, damit sie künftig zur Vermeidung von Mißverständnissen reichlicher verwendet werden, etc. (kleiner Scherz!)

Man könnte da eigentlich zusammenfassend bemerken, daß Sie mit dem weitaus größten Teil dieser Reform nicht nur einige der über Generationen hinweg gewachsenen und bewährten Regeln vergewaltigten, sondern auch unser eigenes, gesundes Sprachempfinden hinsichtlich einer guten Schreibweise mit seiner eindeutigen Symbolwirkung. Diesen drückenden Schuh müssen Sie sich wohl oder übel anziehen! Desweiteren können wir Ihnen den Vorwurf nicht ersparen, daß Sie einige grammatikalischen Grundregeln ausgehebelt haben, wenn Sie u.a. nun „potenziell“ oder „Differenzial“ schreiben, denn potentiell kommt nicht von Potenz sondern von potent, und das „z“ erscheint nur am Ende eines Substantivs! Könnten Sie da etwas verwechselt haben? Konsequenterweise  müßten Sie dann eigentlich auch „Nazion“ schreiben, was aber dann wohl etwas heikel sein könnte.

Auch Abkürzungen, wo ja originär für jedes Hauptwort ein Großbuchstabe stehen soll, werden zunehmend verniedlicht und fast wie Vornamen verwendet, z.B. „Nasa“ statt NASA, „Nato“ statt NATO oder „Uno“ statt UNO; aber vielleicht war dies eher ein Nebeneffekt Ihrer Reform, obwohl Sie sich über die Regel, denjenigen Buchstaben, der für einen Namen steht, immer groß zu schreiben (Beispiel kW für kilo-Watt), bei ohmsches Gesetz nun hinweggesetzt haben. Und auch beim Alptraum haben Sie althergebrachtes über Bord geworfen und nun aus dem „Alp“ (= gespenstisches Wesen) einen „Alb“ (= unirdischer Naturgeist) angeboten; hatten Sie sich da von Schwaben oder Sachsen inspirieren lassen? In der deutschen Sprache, der Klangsprache schlechthin, drückte und drückt Alp mit seinem härteren „p“ viel stärker diesen psychischen Druck aus, oder?

Dudel: Das alles klingt hier hart, fast undankbar, aber ich werde Ihre Ausführungen und Anregungen überdenken und ggf. aufgreifen für weitere Anpassungs-diskussionen und -entscheidungen. Möglicherweise war die Zeit noch nicht reif für tiefgreifendere Veränderungen, und ich sehe ein, daß das Sprach- und Schriftverständnis in der deutschsprachigen Bevölkerung wesentlich intensiver ist, als wir vermutet oder gar unterstellt hatten. Dennoch ist aber doch unverkennbar, daß eine gewisse - wenn auch noch skeptische - Akzeptanz in großen Kreisen unserer Mitbürger zu beobachten war, auch und vielleicht gerade bei der jüngeren Generation ...

DD: ... aber auch hier eine nicht unwesentliche Verunsicherung, wenn nicht gar Resignation aus einem Gefühl der Ohnmacht heraus, und gerade das können Sie doch eigentlich nicht gewollt haben.

Herr Professor Dudel, wir danken Ihnen für die Gelegenheit einer Erörterung und dieses Gespräch.

 

 

100 Jahre deutsche Lautschrift

Rückschau oder Betrachtung und Gegenwart

von Enyo [2002]

Lautschrift? Im Sinne von Phonetik? Ja, genau das, weil den meisten Menschen in den Verbreitungsgebieten der deutschen Sprache auch heute noch kaum - wenn überhaupt - bewußt geworden ist, wie genial und perfekt die Regeln ihrer Schrift vor der jüngsten Reform waren und sind, sobald man sie erkennt und entsprechend auch in der aussprachlichen Formulierung gezielt anwendet und einsetzt. Denn welchem eigentlichen Zweck dient die Schrift, wenn nicht der Konservierung von Sprechweisen und Sprachformulierungen. Einzige Ausnahme: Schrift als Kunst oder Kunstwerk und als reine Symbolik und entsprechende Verwendung.

Eigentlich hätte man die deutsche Rechtschreibung eher eine Rechtsprechschreibung im Sinne von Sprachschrift oder Sprechschrift nennen müssen. Es wurden damals vor etwa 100 Jahren Regeln der korrekten Schreibweise festgelegt (und im Laufe der folgenden Jahrzehnte weiter verfeinert), welche eigentlich nur einem Zweck dienten oder dienen sollten: nämlich das Geschriebene bzw. einen via Schrift "abgespeicherten" Sprechtext zu jeder beliebigen Zeit und ohne Verzögerung einwandfrei und ohne Zweideutigkeiten nun via Lesen und/oder Sprechen in den originär implizierten und beabsichtigten Inhalt "zurückzuverwandeln", sprich: quasi die Sprache korrekt wiederzugeben.

Um dies sicherzustellen, bedurfte es gewisser Vorgaben, damit aus dem zuvor bestehenden Wirrwarr der Schreibweisen ein einheitliches System hinsichtlich Festlegung der Schreibweise entstehen konnte. Hiermit Hand in Hand ging ebenfalls die Einigung auf eine bestimmte Sprechweise hinsichtlich der gemeinten Aussprache. Eine genauere historische Untersuchung dieser Vorgänge würde an dieser Stelle zu weit führen, weshalb ich die hinter den entstandenen und uns heute so vertrauten Schreibregeln verborgenen Absichten anhand von einigen Beispielen deutlich machen werde; sie fallen nahezu alle unter folgende Oberbegriffe:

1.)  Aussprache  [z.B. Umlaute, Doppelvokale, Mehrfachkonsonanten, Dehnungen]

2.) Betonung  [z.B. Zusammen- und Getrenntschreibungen]

3.) Differenzierung  [Sonderzeichen ß und gezieltes Einsetzen von Bindestrichen und Satzzeichen

4.) Hervorhebung  [Groß- bzw. Kleinschreibung, allgemein und im Besonderen]

5.) weitere Nuancierung  [z.B. Umstellung von Worten oder Satzteilen innerhalb des Satzgefüges]

 

(1) Aussprache

Hier muß man sich an erster Stelle der korrekten Aussprache der Buchstaben innerhalb der Wortsilben bewußt werden, indem man das Wesen und den Charakter des in Worte gefaßten Begriffes zu erahnen versucht. Die deutsche Sprache ist eine wunderbare Klangsprache und lebt durch eine deutliche Aussprache auf. Dies gilt auch bei zusammengesetzten Wörtern wie Rolladen, Schiffahrt, Bettuch, Sauerstoffilter usw.: hier geht bei korrekter Aussprache der Endbuchstabe des vorderen Teilwortes (meist auf der ersten, kurz gesprochenen Silbe betont) ja ohne Unterbrechung in den Anfangsbuchstaben des zweiten Teilwortes über; dies gilt jedoch für das dritte Wortbeispiel hier nur bedingt, wenn z.B. kein Bett-Tuch, sondern ein Bet-Tuch gemeint ist. In diesem Fall könnte zur Vermeidung von Zweideutigkeit zwar ein Bindestrich eingefügt werden, wenn nicht ohnehin eine Trennung durch Zeilenwechsel erfolgen kann, in jedem Fall würde aber bei dessen korrekter Aussprache zwischen den beiden t eine kurze Unterbrechung vorhanden sein müssen.

Anders nun bei Werkstattür : Werkstatttreppe und Sauerstoffilter : Sauerstoffflasche; das erste Wort wird bei dem Doppelkonsonanten durchgehend gesprochen, daher keine Verdreifachung, bei dem zweiten muß jedoch bei der Aussprache vor dem dritten Konsonanten - ähnlich wie bei dem o.a. Doppelsinn vom Beispiel Bettuch - eine Unterbrechung hörbar bleiben, deshalb kein Verzicht auf die Trippelung. Analog ist es bei Bettruhe : Betttruhe. Dies waren seinerzeit gewissermaßen die Vor-Überlegungen (übrigens hier auch nicht: Vorüberlegungen - damit die Betonung auf vor erhalten bleibt), als die entsprechenden Rechtschreibregeln für solche Wortkombinationen geschaffen wurden; denn es ging um die Sicherstellung der korrekten Lesweise und Aussprache.

Allerdings konnte durch solche Festlegungen noch nicht gewährleistet werden, daß der Bürger auch diszipliniert aussprechen wird; dies blieb dann letztlich einer Spracherziehung vorbehalten [Sprech-Erziehung wäre auch wiederum etwas anderes als Sprecherziehung, denn bei letzterem könnte man auch Sprecher-Ziehung herauslesen]. Die allzu oberflächliche Sprechweise bei z.B. Wehrung : Währung oder Gewehr : Gewähr hält bis heute an, und nicht selten erfährt man auch in den Nachrichten Kuriositäten wie "die Verleihung der Berliner Beeren" [Bären!] bei den Filmfestspielen, oder einem "Wehrungsverbund" [anstelle Währungsverbund!], "er hat sich bewehrt" [bewährt] usw. In solch laschem Umgang mit der Sprache wurde der Nährboden für wesensfremde Reformen bereitet, indem man quasi die Disziplin durch Bequemlichkeit ersetzte.

Dagegen kann sich aber bei sorgfältiger Beachtung solcher Gesetzmäßigkeiten eine wunderbare und nuancenreiche Farbigkeit der deutschen Sprache ergeben, der Klangsprache schlechthin! Wörter wie Gemse können demnach nur in dieser Schreibweise auch korrekt ausgesprochen werden, indem sie das gemeinte Objekt klanglich reflektieren, ebenso Tolpatsch oder rauh, wo bei letzterem das Schluß-h in Gedanken präsent bleibt, quasi an Rauh- oder Rauchwaren erinnernd. Bei selbständig : selbstverständlich können wir wiederum eine andere Gesetzmäßigkeit beobachten, nämlich, daß sich zwei st hintereinander nur schwierig korrekt aussprechen lassen, weshalb es bei selbständig blieb - anders aber bei selbstverständlich, wo nach dem st ein v folgt.

Es waren in der Tat in der Vergangenheit geniale Entscheidungen zur Festlegung der jeweiligen Rechtschreibung vorausgegangen, die uns auch noch heute Bewunderung abringen sollten, aber kein Kippen solcher goldenen Regeln. Beseelen impliziert "etwas Seelenartiges hineingeben" [Selen wäre etwas ganz anderes!], wogegen dies bei dem Wort selig hinsichtlich seines Ursprungs irrelevant sein dürfte. Wörter wie gräulich [Farbton] versus greulich [schaurig] sowie schleusen gegenüber schließen sprechen in der Analogie der sich anbietenden Vokale oder Konsonanten für sich. Wenn wir uns das Wort Alptraum ansehen, entdecken wir übrigens auch in Alp unweigerlich diesen psychischen Druck, den dieses Wort allein durch das "harte" p erfährt und beinhaltet, was bei Alb mit dem weichen b eher lasch wäre und wirkt.

 

(2) Betonung

Es ist gibt Wort- und Begriffkombinationen, welche nur auf dem ersten Teilwort betont werden dürfen, wenn der Sinn erhalten bleiben soll, und solche, die auf der zweiten Silbe betont werden. In die erste Kategorie fallen viele Hauptwörter, aber auch Verben [z.B. zusammenschreiben : zusammen schreiben; darauflegen : darauf legen; sicherstellen : sicher stellen; kurzhalten : kurz halten; naßspritzen : naß spritzen; hinterherhinken : hinterher hinken; verlorengehen : verloren gehen; vollstopfen : voll stopfen], einige Adjektive und Adverbien [z.B. gleichzeitig; vollgestopft : voll gestopft; aneinanderhängend : aneinander hängend; einmal : ein Mal : einmalig; leidtun : Leid tun]; zur zweiten Kategorie gehören u.a. Bindewörter usw. [z.B. bisher; hinterher; hinweg; sodann; sodaß : so, daß; zuviel : zu viel - wie bei: zu viel mehr reichte es nicht ...], wobei aber bei bisher oder hinterher die Betonung auch auf dem ersten Wortteil liegen kann, je nachdem, was ausgedrückt werden soll.

In diesen Beispielen wird besonders deutlich, wie sorgfältig diese Option des Zusammenschreibens angewendet und eingesetzt werden muß, damit keine Sinn-Entstellung entstehen kann. Man sollte sich aber das Ergebnis stets noch einmal vor Augen halten und prüfen, um sicherzugehen, daß keine unbeabsichtigten Neuschöpfungen entstehen [siehe weiter oben  Vor-Überlegung : Vorüberlegung]. Hier wird also die Eigenverantwortung des Schreibers für die endgültige Festlegung der Schreibweise seines Textes gefordert. Wenn oder da Schreiber und Leser sich auf die Anwendung und Einhaltung bestimmter Regeln verständigt und geeinigt haben, bleibt der Sinn des Geschriebenen nur bei korrekter Einhaltung dieses Weges erhalten. Übrigens gibt es eine einfache Hilfe, um zu prüfen, was im jeweiligen Falle passender wäre (zusammenschreiben oder auseinander?): würde das zum gewählten Verb gehörende Substantiv auch zusammengeschrieben werden, gilt dies analog ebenso für das Verb. Beispiele: zum Verb verlorengehen gehört das Substantiv das Verlorengehen, zum Verb verloren gehen das Substantiv das verlorene Gehen.

 

(3) Differenzierung

das : daß; müßte : süßte; Mißstand; Paßamt; bißchen; Flußschiffahrt; Nußsoße; grüßen. An dieser Stelle soll nicht erläutert werden, wie die Regeln lauten, sondern auf die hervorragende Wirkung des Sonderbuchstabens ß hingewiesen werden. Gerade beim Zusammentreffen mehrerer gleicher Konsonanten bietet dieser eine enorme Lesehilfe, weil so vermieden wird, dem Auge eine andere Möglichkeit der Buchstabenkombinierung als die gewollte zu offerieren [bißchen : bisschen; Paßstempel : Passstempel; naßspritzen : nassspritzen; Nußsoße : Nusssoße odergar Nusssosse], was ja dann zwangsläufig zu einigen Leseschwierigkeiten und Sinnverzerrungen führen müßte. Aber auch die gezielte Verwendung von Binde- oder Trennstrichen erfordert hier ein gutes Augenmaß, um einen Doppelsinn oder gar Lächerlichkeit zu vermeiden [Stopphase : Stop-Phase; Gratistischwein : Gratis-Tischwein; Emailanschrift: eMail-Anschrift; Patentanker : Patent-Anker]. An dieser Stelle sei noch einmal das Wort Schiffahrt genauer untersucht: es bezeichnet einen allgemeinen Bereich des Wasserverkehrs. Wenn man dagegen die Fahrt eines bestimmten Schiffes bezeichnen will, würde die Schreibweise Schiff-Fahrt die korrekte Aussprache implizieren und wäre sogar verzögerungsfreier zu lesen als Schifffahrt mit seinen irritierenden 3 f-Buchstaben.

Ähnliches gilt dann für die Abtrennung von Einwürfen, Ergänzungen oder Nebensätzen durch entsprechende Kommata, weil nur dies der Eigentümlichkeit der deutschen Sprachschrift gerecht werden kann. Im Zweifelsfalle sollte man da eher ein Komma zuviel setzen, als das Gegenteil.

(In anderen Sprachen - z.B. Englisch - ist der gesamte Satzaufbau anders konstruiert, da kulturell andere Wurzeln existieren, weshalb dort auch mit Regeln anders verfahren wird. Ein Vergleich mit den deutschen Schriftregeln ist daher nicht möglich!). Gleiches gilt auch für Wort-Trennungen, welche möglichst nach dem Sinn erfolgen müssen und im Zweifelsfalle dann lieber zu vermeiden sind [vor- über : vo- rüber; Gesund- ung : Gesun- dung; Altbau- erhaltung : Altbauer- haltung; Teen-ager : Tee-nager]. Mit Trennung nach Sprechsilben ist das ja meist so eine Sache, denn: erfolgte die Aussprache der einzelnen Silben auch sinngemäß korrekt? Hier wäre es in der Tat einmal gut, einen sogenannten Anglizismus zu beachten oder einzuführen, soweit es die korrekte Trennung nach Wortsinn ergibt. Sehen Sie einmal in ein Englischlexikon, wie gut die Trennungen da bereits vorgegeben sind: immer nach dem Sinn des Wortes bzw. seinem Ursprung oder Stamm entsprechend.

 

(4) Hervorhebung

Goldener Schnitt : goldene Worte; Schwarzes Brett : schwarzes Brett; Karl der Große : Karl der große usw.-  Dies sind Wortkombinationen, welche  wie ein Eigenname zu behandeln sind, weil sie sich die Teilworte vom originären Einzelsinn entfernt haben. Hier wird deutlich, welch ein wertvolles Werkzeug eine gezielte Großschreibung sein kann und weshalb sie daher auch nicht wahllos eingesetzt werden darf. Das Gegenteil ist eine gezielte Kleinschreibung, wie wir sie in Redewendungen wie "es tut mir leid " oder "er hat recht " finden, weil hier die Wörter leid und recht nicht mehr in ihrem originären Sinn verwendet werden, sondern einen Seinszustand bezeichnen. Im ersten Beispiel ist eigentlich gemeint: es hat auf mich eine leidvolle Wirkung, im zweiten: er ist im rechtmäßigen Zustand usw., also anders als bei: es tut mir Leid an  oder er hat das Recht ...

 

Die gezielte Großschreibung finden wir ferner in manchen religiösen Schriften, wo beispielsweise das persönliche Fürwort "er" aus Respektgründen für Gott  großgeschrieben wird, wenn es sich auf Ihn bezieht: Er; eine weitere Steigerung dieser Möglichkeit finden wir dann auch in dem Wort HErr, das nun zwei große Anfangsbuchstaben erhält. Gleiches finden wir gelegentlich auch für das Wort Seele, wo dann bei Bezug auf diese Sie geschrieben wird, weil man ihr einen göttlichen Ursprung oder Gottähnlichkeit zuordnet. Nun geschieht dies aber nicht nur aus rein optischen Gründen, sondern dahinter verbirgt sich symbolisch die größere Wirkung durch eine höhere Schwingung von Großbuchstaben überhaupt, was aber dann in den Bereich der Metaphysik verweist. Reste davon finden wir heute auch noch im Alltag, wenn einzelne Großbuchstaben als Symbol oder Kürzel für etwas Ganzes Verwendung finden - es sei denn, man verwendet mit Absicht einen Kleinbuchstaben, um die Aufmerksamkeit gerade auf diese Besonderheit zu lenken; aber letztlich steht dann auch dieser kleine Buchstabe stellvertretend für den (gedachten) großen:

i = Information, P = Parkplatz, oder Initialen allgemein.

Übrigens kann man diesem Bereich auch den Sektor Abkürzungen zuordnen, weil dann von Hauptwörtern der große Anfangsbuchstabe stellvertretend genommen wird und eventuelle Folgebuchstaben oder vorangestellte Eigenschaftswörter klein bleiben; diese Regel gilt auch für Folgewörter, z.B. AnrB : ANRB; BAFöG : Bafög; NASA : Nasa; NATO : Nato; UNO : Uno; eMail : Email; kV, km, mm, MW, Pkw usw.

Leider finden wir heutzutage solche bedeutungsvollen Abmachungen sehr verwässert, wie auch überhaupt durch undeutliche oder schlampige Aussprache sowie undisziplinierte Anwendung wichtiger Regeln dem oberflächlichen Umgang mit unserer Sprache und Schrift Vorschub geleistet wird.

 

(5) weitere Nuancierung

Bestimmte Umstellungen im Satzaufbau können sehr wirkungsvoll eingesetzt werden, wie zum Beispiel bei "dies ist nicht so schlecht : dies ist so schlecht nicht ", was eine Verschiebung der Betonung bewirkt, nämlich hin auf das letzte Wort im Satz. In poetischen Werken z.B. wird vom Einsatz unkonventioneller Möglichkeiten gern Gebrauch gemacht. Die Schrift gestaltet sich hier dann wie ein stilistisches Werkzeug, ähnlich dem gezielten Einsatz von Farbe und Pinsel durch den Maler. Besonders deutlich wird dies bei Gedichten, wo der Reim als zusätzliches Merkmal der  Konformität oder Unterstreichung - je nachdem - hinzukommt oder Verwendung finden kann. Aus all diesen Gegebenheiten werden wir dann in Richtung "Kunstwerk aus/durch Sprache" geführt, dessen Wirkung sich aber nur dann einzustellen vermag, wenn die verwendeten Schrift- und Schreibregeln diesem Ziel folgen, damit ein entsprechender Vortrag sichergestellt ist und auch stattfinden kann. Machen Sie den Test und schreiben Sie ein Gedicht fortlaufend - also ohne Zeilenwechsel: nicht nur optisch, sondern auch sprachlich bricht das Kunstwerk zusammen und zerfällt.

 

Fazit: Bereits Zoroaster wies auf die großen Zusammenhänge zwischen Sprache, Schrift und Kultur hin. Wir sollten uns dessen immer bewußt sein und nicht zulassen, daß unsere Schriftkultur angebrochen wird; denn damit würden wir der allmählichen Zerstörung unserer eigenen Lebenskultur Tür und Tor öffnen, auch wenn dieser Prozeß nicht gleich offensichtlich wird.

Übrigens:

Würde man einen Blinden befragen, wie man seiner Meinung nach dieses oder jenes schreiben sollte, er dürfte zu besseren Ergebnissen gelangen als die Experten der jüngsten Rechtschreibreform, weil er noch in der Imagination zu arbeiten und zu denken imstande ist!

 

 

Sprechrhythmus und Rechtschreibung

Meine Tochter brachte mich einst darauf, welch ein enger Zusammenhang zwischen dem Sprechrhythmus  und dem geschriebenen Text besteht. Als sie sich während ihres Au-pair-Aufenthalts in Spanien intensiver mit jener Sprache befassen mußte, hatte sie entdeckt, daß die Art der Betonung der Worte und Satzteile einer Schrift neben den allgemeinen Satzzeichen weitgehend durch die Lücken  zwischen den einzelnen Wörtern festgelegt ist.

Nachdem sie sich schon während ihrer Schulzeit nicht mit der neuen deutschen Rechtschreibung anfreunden konnte und bei Überlegungen zu „zusammen oder auseinander schreiben?“ sich gerne von meiner Faustregel leiten ließ: Wird das substantivierte Verb zusammengeschrieben, dann fast immer auch das zugehörige Verb, entdeckte sie nun einen Zusammenhang zwischen Sprechweise und „Zahl der Leertasten“ bzw. dem Verhältnis zwischen Wortzahl und Zahl der Zwischenräume. Denn da eine Lücke (= Leertaste) dem folgenden Wort eine mehr oder weniger starke Betonung einräumt (je nachdem, wie dominant nun das jeweilige Wort im Satzaufbau ist), gibt es nur die einzige Möglichkeit, eine solche Betonung auszuschalten oder zu reduzieren, indem man diese Lücke oder Leertaste entfernt; und dies führt dann zwangsläufig zu einer Zusammenschreibung mit einer dazugehörigen neuen oder anderen  Betonung im gewünschten Sinne.

Ja – eigentlich sehr einfach, was sie da entdeckt hatte. Wenn man dies einmal so richtig begriffen hat, fragt man sich, weshalb so sehr über „zusammen  oder auseinander“ gestritten und gefeilscht wurde. Denn solche Überlegungen waren sicherlich den vielen gewachsenen Zusammenschreibungen in den vergangenen hundert Jahren vorausgegangen. Fast mag ich meine Tochter um diese Erkenntnis beneiden. Und als ich andere Sprachen dahingehend untersuchte, stellte ich ähnliches fest – je nachdem, in welcher Weise der jeweilige Sprechrhythmus verläuft oder verlaufen soll. Auch sah ich bestätigt, daß man statt einer Zusammenschreibung den weggefallenen Zwischenraum auch durch einen Bindestrich ersetzen kann, wenn dies besser differenziert oder die Lesbarkeit verbessert.

 

Grenzfälle

Alte und neue Regeln hin und her – es gibt Feinheiten, welche sowohl den Sinn als auch die Lesbarkeit und Aussprache des Geschriebenen besser und logischer darstellen, z.B.

Email = Emaille oder Email

eMail = elektronische Mail

Mißwahl = falsche Wahl

Misswahl = Wahl der "Schönsten" etc.

Rolladen = Fensterladen zum Aufrollen

Roll-Laden = fahrbarer Verkaufsstand

Russland = Land der Russen [eigentl.: Russenland ]

Rußland = Land voll Ruß

Schiffahrt = Seeverkehr allgemein

Schiff-Fahrt = Bewegung eines Schiffes

Der Schreiber sollte sich stets in die Lage des Lesers versetzen, um zu eruieren, ob sein niedergelegter Text auch im beabsichtigten Sinne und nicht anders erfaßt und betont werden wird – vor allem in dem Bemühen, Verwechslungen weitgehend auszuschließen. Und wenn dann manchmal entgegnet wird : „Aber die Regel besagt etwas anderes ...!“ – ja dann müßte doch die Absolutheit der jeweiligen Regel mal hinterfragt werden, denn in erster Linie kommt es doch auf den korrekt wiedergegebenen Inhalt an und nicht ausschließlich auf die Anwendung einer Regel nur um der Regel willen, besonders wenn jene dann den einwandfreien Lesefluß hemmen könnte.

PS: Ich bin mir durchaus bewußt, daß meine Überlegungen nun von einigen „Experten“ total widerlegt werden könnten oder werden.

Aber ich bin auch so zuversichtlich, daß bei manchem der positive Ansatz erkannt werden wird.

 

Zitate

Die deutsche Sprache mit ihren großen Schöpfungen vom Nibelungenlied über Luther und Goethe bis heute, diese reiche, elastische und kraftvolle Sprache mit ihren vielen Spielen, Launen und Unregelmäßigkeiten, mit ihrer hohen Musikalität, ihrer Beseeltheit, ihrem Humor ist der größte Schatz, der treuste Kamerad und Trost meines Lebens gewesen ...

Es ist ein Fluch, in einem Volk als Dichter zu leben, das seine eigene Sprache nicht kennt, nicht liebt, nicht pflegt, nicht schützt ...

Hermann Hesse (1877- 1962)

 

 

Was Kornfeldzeichen bedeuten

Auszug aus dem Buch "Welten der Seele - Trancebotschaften  eines Mediums"  von Varda Hasselmann u. Frank Schmolke (1993) Goldmann Esoterik-Reihe # 12196

 

    Der Wert dieser Zeichen liegt gerade darin, daß sie nicht in der Weise entschlüsselbar sind, wie ihr gelernt habt, andere Phänomene der Natur zu entschlüsseln. Der Sinn der Zeichen erfüllt sich zuallererst darin, euch zu bedeuten, daß selbst mit aller Anstrengung und mit dem Einsatz aller euch bekannten naturwissenschaftlichen Methoden nicht alles beschreibbar, nicht alles deutbar, nicht alles begreifbar ist. Ihr geht in übergroßem Maße davon aus, daß die Phänomene, die sich in den Kornkreisen manifestieren, mit den Fähigkeiten der linken Gehirnhemisphäre analysiert werden könnten, oder daß sie mit diesen selben Fähigkeiten begreifbar werden müßten. Sie sind vielmehr dazu geschaffen, euch mit Nachdruck darauf hinzuweisen, wie begrenzt die Auffassungskräfte der linken Gehirnhälfte sind, und wie verwirrt ihr euch fühlt, wenn ihr mit den dort entwickelten Fähigkeiten nicht weiterkommt. Die Verwirrung, die die Kornkreise stiften, ist ihr Sinn und ihr Ziel. Euch auf die Grenzen eurer Möglichkeiten aufmerksam zu machen und euch aus eurer Selbstgefälligkeit aufzurütteln, ist ihr Ziel. Euch zu zeigen, wie wenig ihr wißt und wie viel ihr zu wissen glaubt, ist ihr Sinn. Das bewegt diejenigen, die diese Kornkreise herstellen.

Und die Mahnung, die in ihnen enthalten ist, ist nicht als Drohung oder entschlüsselbare Mitteilung zu verstehen im Sinne einer Information, sondern als Aufruf, die Verwirrung zu einem fruchtbaren Boden neuer Erkenntnisse werden zu lassen.

 

    Wenn ihr also fragt, was bedeuten diese Kornkreise und was wollen sie uns sagen, dann möchten wir euch raten: Sucht weiter in dieser Richtung. Sie wollen euch sagen, daß es an der Zeit ist, wirklich von der analytischen, kognitiven Auffassung von den Zusammenhängen der Natur zu einer synthetischen, ganzheitlichen überzugehen. Denn selbst die Forscher, die sich bei der Betrachtung der Kornkreise zu einem ökologisch ganzheitlichen Naturverständnis bekennen, wissen noch nicht um die engen Grenzen ihres Verstehens. Die Kornkreise enthalten somit eine existentielle oder essentielle Aufforderung, das Bewußtsein zu erweitern und die Möglichkeiten der instinktiven Erkenntnismöglichkeit, der poetischen Deutung, der integrierten Funktionen solcher Mitteilungen neu in Betracht zu ziehen. Das wird leichter sein, wenn ihr euch unter Einbeziehung der Erkenntnisse, die ihr über eure Naturwissenschaften erworben habt, in einen Zustand der meditativen Betrachtung versenkt, sei es im Mikrobereich oder im Makrobereich, sei es also in der meditativen Betrachtung eines mikroskopischen Schnittes oder einer Aufnahme aus einer Entfernung von 500 Metern, und diese Zeichen auf euch wirken laßt in einer Weise, wie sie den analytisch-kognitiven Fähigkeiten der linken Hemisphäre verschlossen bleiben muß.

 

    Die Mitteilung, die in diesen Kornkreisen enthalten ist, geht weit über den Gehalt einer Information hinaus. Die Kreise enthalten weder Fakten noch Ankündigungen, weder Drohungen noch den Wunsch nach physikalischer oder mathematischer Überprüfbarkeit. Vielmehr sind die Zeichen Ausdruck des Wunsches, ihr möget heraustreten aus der Selbstgefälligkeit eurer Vorstellung, daß alles zu erklären und alles in euer Weltbild zu integrieren sei. Sie sollen euch lehren, euch wieder wundern zu können und in Staunen zu verfallen angesichts der Dinge, die ihr weder beschreiben noch begreifen könnt. Sie sind eine Zeichensetzung dafür, daß euer Horizont der Ausweitung bedarf. Und wir sagen euch, daß ihr euch bisher mit euren Bemühungen auf dem Holzweg befunden habt. Behandelt die Zeichen wie eine Sammlung von Mantren oder Mandalas. Die Zen-Tradition bietet euch die Meditationstechnik des Koan  an, die uns geeignet erscheint, euch zu der wahren Bedeutung der Kornkreise hinzuführen.

 

    Ein Koan  ist ein Rätsel, das kognitiv - durch Nachdenken - nicht gelöst werden kann. Die Lösung liegt in demjenigen, der versucht, es zu lösen. Sie liegt nicht in dem Text, nicht in den Gedanken des Koan selbst. Und ebenso sind die Kornzeichen Runen oder Hieroglyphen, die euch dazu anregen möchten, eine neue Wahrheit in euch selbst zu entschlüsseln. Und so wird es dahin kommen, daß ihr entdecken müßt: Jedes dieser Zeichen, jeder dieser Kornkreise, wird für jeden der Betrachter eine andere Wahrheit in sich bergen. Diese Wahrheit schließt sich mit den Wahrheiten der anderen Betrachter auf einer höheren Ebene zusammen. Ihr könnt die Kornkreise betrachten, aus der Nähe und aus der Ferne, so wie ihr Musik hört.

Ihr wißt aus eigener Erfahrung oder könnt es zumindest vermuten, daß alle Menschen, die einem Konzert beiwohnen, von der Musik, die sie hören, in unterschiedliche Schwingungen gebracht werden, die sehr verschiedene Emotionen und Assoziationen auslösen. Dennoch hat auch das Musikstück seine eigene Frequenz und seine eigene Wahrheit. Es hat einen Schöpfer, der sich etwas dabei gedacht hat. Auch die Kornzeichen haben Schöpfer. Die Kornzeichen sind keine Späße, weder irdische, noch kosmische. Dennoch sind sie nicht ernst im Sinne einer Warnung oder Bedrohung.

 

Die Kornzeichen sind geschaffen von denen, die Mitgefühl haben mit den Begrenzungen eures Verstandes und die euch erlösen möchten von den Fesseln, die ihr nicht mehr nötig habt, von denen ihr euch aber nicht selbst befreien könnt. Sie sind Schöpfungen von Wesenheiten, die eine Seele besitzen wie ihr und zugleich in ihrer Kommunikationsfähigkeit in anderer Weise fortgeschritten sind, da sie niemals voneinander so isoliert sind und waren wie die Menschen selbst.

 

    Die Menschen, die die Erde bevölkern, sind in großem Maße darauf angewiesen, mit technischen Mitteln zu kommunizieren. Und diese Techniken sind Ergebnisse eines sehr gut geschulten und hervorragend gebildeten kognitiven Verstandes. 

 

    Auf entfernten Planeten gibt es von Leben erfüllte Existenzen, die ganz andere Wege der Entfaltung beschritten haben. Und so wie ihr versucht, Kontakt mit ihnen aufzunehmen über die Mittel der Technik, so versuchen auch sie, Kontakt aufzunehmen mit euch über die Mittel, die ihnen zur Verfügung stehen, und die sie beherrschen. Das sind die Möglichkeiten der Übermittlung durch Energie, angefangen mit der Telepathie bis hin zur Veränderung der Energiekörper physischer Erscheinungen. Sie können eure Kommunikationsmedien nicht benutzen. Und ihr kennt die ihren nicht. Dennoch haben auch diese Wesenheiten einen Verstand, wie ihr ihn habt. Nur ist er nicht in derselben Weise ausgebildet.

Sie beobachten und erkennen, was euch fehlt. Aber sie sind euch nicht überlegen, ebenso wie ihr ihnen nicht überlegen seid, im Sinne eines hierarchischen Gefälles. Wenn ihr also gewillt seid, die rechte Hälfte eures Gehirns zur Entschlüsselung der Kornkreise einzusetzen, so werdet ihr einen Kontakt mit diesen Wesenheiten aufnehmen, welche die Kornkreise gezeichnet haben, ohne physisch auf diesem Planeten erscheinen zu müssen. Es handelt sich um reine Energiephänomene, die von Wesen bewirkt wurden, die auf diese Weise miteinander kommunizieren und die versuchen, in eben dieser Weise mit euch zu kommunizieren. Aber es handelt sich dabei nicht um Seelen eurer Art, sondern um Wesen, die sich zu Gruppenseelen zusammengetan haben und Körper besitzen, die aus anderen Strukturen bestehen als eure. Nicht Wesen aus Fleisch und Blut, nicht Wesen aus Knochen und Lymphe, sondern solche, die sich in andere Materie verfestigen, die mit Energien - in einer für euch fast unbegreiflichen Weise - umzugehen gewohnt sind, die aber genauso staunen würden über das, was ihr entwickelt und erreicht habt, wie ihr über sie. 

 

    Wir betonen noch einmal: Diese Existenzformen sind der euren nicht überlegen. Sie sind der euren gleichwertig und dennoch fundamental von ihr verschieden. Es fällt euch deshalb so schwer, euch Formen von Leben, Formen von Beseeltheit auf anderen Planeten vorzustellen, weil ihr über eure anthropomorphe Anschauungsweise mental nicht wirklich hinauswachsen könnt.

 

    Diese anthropomorphen Vorstellungen sind in eurem System verankert. Und es wird nicht viel fruchten, wenn ihr eure Phantasie bemüht, euch Phänomene vor Augen zu führen, die für euch wirklich nicht vorstellbar sind. Aber euer Verstand hat die Möglichkeit, zu begreifen, daß es Erscheinungen gibt, die fremd sind und essentiell andersartig, ohne daß euer geistiges Auge ihnen eine Form zuordnen könnte.

Der Kontakt mit  fremden Lebewesen ohne sichtbare Körper kann niemals so aussehen, daß ihr euch hier oder dort mit ihnen an einen Konferenztisch setzt und in einer Sprache, sei es auch eine Metasprache, über territoriale Bedingungen und den Austausch von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen verhandelt.

 

    Und wir sagen euch auch, daß die Phänomene, die ihr als Ufos zu beschreiben gewohnt seid, Energiewirbel sind, die bestimmte Formen annehmen, die für manche von euch zu bestimmten Zeiten erkennbar sind. Ihr wundert euch dann, daß diese unbekannten fliegenden Objekte sich verflüchtigen und keine Objekte mehr sind, obwohl ihr so sicher wart, sie gesehen zu haben. Sie sind nicht Objekte in materiellem Sinne. Sie haben keine feste Form und keine äußere Struktur. Sie bewegen sich und erzeugen energetische Reibung. Doch ebenso schnell wie diese Wirbel entstehen, verfliegen sie auch wieder und sind nicht mehr zu erkennen.

 

    Wir wünschen euch, daß ihr in den kommenden Jahrzehnten aus eurer Naivität herauswachst und immer mehr Verständnis entwickelt für die unendliche große Welt energetischer Phänomene, mit denen ihr täglich in Berührung seid, die in euch und außerhalb von euch existieren, und die dennoch bei euch auf so geringen Widerhall stoßen, weil ihr euch darauf versteift, alles mit der linken Gehirnhälfte verstehen zu wollen.

 [Die "Quelle"]

 

Die Sache mit den Wachträumen

Leben ist der Wachtraum, manchmal freundlich, manchmal furchterregend, aber stets der große Lehrmeister – versteckt, verborgen in  mysteriösen Verkleidungen …

Die Geheimsprache der Wachträume wird dich zu dem [goldenen] roten Faden führen, der jeden Teil dieser komplexen Welt verbindet.

Sie wird dich mit den erforderlichen Werkzeugen ausstatten, deinen Lebensteppich besser zu weben. Sie wird dich zu neuen Höhen der  Selbsterkenntnis führen.

Die Sprache der Wachträume ist eine Sprache der Form.

In diesem Frühstadium des Erwachens entdeckt die Seele zuerst ihre Fähigkeiten. Zum ersten Mal erfährt sie die Freiheit des Fluges, aber aus dieser Freiheit entsteht eine Unzufriedenheit. Die Seele ist nicht länger mit dem erdgebundenen Schlafzustand zufrieden.

Es ist diese göttliche Unzufriedenheit, die den Adler aus dem Nest treibt.

Die Seele erfährt und lernt, daß ihre Heimat nicht die Erde, sondern der unbegrenzte Himmel ist. Sie sucht eine Führung, ähnlich wie der Pfad durch die Welt der Träume. Dieser Führer ist da, am Scheideweg, aber die Seele sieht und erkennt ihn noch nicht.  Alles, was die Seele in diesem Stadium findet, sind die Geschenke seiner Fürsorge, vielleicht ein bestimmtes Buch irgendwo in einer Ecke, oder eine alte Puppe mit einem fehlenden Arm.

 Der Mensch liebt die Sicherheit, aber die Seele liebt die Freiheit noch mehr!

 

 

Nutze die Kraft deiner Träume“ – Auswahl aus dem Zitat-Kalender, Autor: Harold Klemp

Ein Gott ist der Mensch, wenn er träumt - ein Bettler, wenn er nachdenkt. [Friedrich Hölderlin]

Die Herausforderung bleibt bestehen: Willst du der Prinz Gottes sein oder ein Bettler bleiben? Der Unterschied dazwischen ist so einfach wie das alte Lied des HU. [Harold Klemp, The Living Word, Seite 171]

HU .... doch singe es mit Liebe für Gott.     

Liebe Gott und laß auch andere Gott auf ihre eigene Weise lieben. Das einzige, worauf es ankommt, ist die Liebe für Gott, und das bedeutet, andere so sein zu lassen, wie sie sind. Gib ihnen die Freiheit, die du für dich möchtest. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.         [How the Inner Master Works, Seite 144]

Jeder von uns ist Seele, und wir sind hier, um unsere Lektionen zu lernen. Zu lernen, sich selbst zu lieben, ist eine der großen Lektionen, denn solange du das nicht beherrschst, kannst du nicht lernen, andere zu lieben. [How the Inner Master Works, Seite 98]

Am wichtigsten sollte sein, wie du liebst. Wahre Liebe verletzt den Geliebten nicht. So einfach ist das. [We Come as Eagles, Seite 137]

Wenn du dich selbst liebst, bedeutet das, daß du deine göttlichen Eigenschaften liebst – Mitgefühl, Güte und Liebe. [How the Inner Master Works, Seite 144]

Liebe ist diejenige Kraft, welche die Seele zu Gott zurückbringt. [The Living Word 2, Seite 48]      Seele existiert, weil Gott sie liebt.

Es ist unsere Aufgabe im Leben, ein Mitarbeiter Gottes zu werden. [Journey of Soul, Seite 87]

 

Träume

Träume sind ein spirituelles Werkzeug des Heiligen Geistes, das dir dabei helfen soll, deinen Weg zu Gott zu finden. Nutze diese Hilfe. [The Living Word 2, Seite 36]

Jeder Traum ist ein spiritueller Traum. Jede Erfahrung und jedes Ereignis – ganz gleich ob groß oder klein, ob im täglichen Leben oder im Traum – hat eine spirituelle Seite. [Ask The Master 1, Seite 5]

Schließlich stellt man fest, daß alles in den niederen Welten ein Traum ist. Es ist alles ein Traum. [s.u.]

Du bist der Schöpfer in deinen Traumwelten, ob sie sich nun auf den inneren Ebenen oder hier im Physischen befinden. [Zitate: The Dream Master, Seiten 9 und 12]

Schreibe deine Träume auf. Mache von jedem Traum, an den du dich beim Aufwachen erinnerst, eine kurze Notiz. Achte auch tagsüber auf Hinweise zu deinem Problem, die von anderen Menschen kommen. Der Heilige Geist wirkt auch durch sie. Deshalb paß auf und höre zu. [Ask the Master 1, Seite 62]

Immer wenn du einen Traum hast, mache dir Aufzeichnungen in einem Notizbuch …schreib auf, was es deiner Meinung nach bedeuten könnte …  Allmählich wirst du sehen, wie der Heilige Geist deine Träume benutzt, um dir spirituelles Verständnis zu geben. [The Living Word 2, Seite 43]

Wenn die Bedeutung eines bestimmten Traumes für dich spirituell wichtig ist, wird dir der Traummeister die Botschaft immer wieder durch andere Träume senden, bis du die Bedeutung wirklich verstehst. Deshalb entspanne dich, und genieße die Reise. [The Living Word 2, Seite 72]

Träume geben Auskunft, wie du mit dem Göttlichen Geist und dem Leben zurechtkommst. Träume sind wie ein tägliches Schulzeugnis. Sie zeigen, wie du in deiner spirituellen Aufgabe vorankommst, auch wenn du nicht weißt, daß du eine hast. [A Modern Prophet Answers Your Key Questions about Life,  Seite 1]

Träume können dir dabei helfen, deine eigene Situation zu analysieren und ein besseres Leben zu führen. [How the Inner Master Works, Seite 154]

Unsere Träume bereiten uns einfach auf viele zukünftige Möglichkeiten vor. [A Modern Prophet Answers Your Key Questions about Life,  Seite 35]

Selbstloses Träumen, Dienen oder Streben kann uns zur Höhe des spirituellen Lebens verhelfen. [A Modern Prophet Answers Your Key Questions about Life,  226]

Wenn du möchtest, daß deine Träume dich in einen höheren Stand der Bewußtheit und Freude anheben, mußt du nur darum bitten. [The Living Word 2, Seite 67]

 

Träume sind eine direkte Verbindung zum Meer unseres verborgenen Lebens – so wie eine Angelleine, die von einem kleinen Boot in ein bodenloses Meer geworfen wird .... Unsere Erinnerung an Träume ist ein flüchtiger Eindruck von dem umfassenden spirituellen Leben, das jeder von uns jenseits der physischen Welt führt.     [The Living Word 2, Seite 33]

Das Schöne an Träumen ist, daß sie dich unter allen Umständen begleiten. Sie sind ein transportabler Schatz. Du mußt dich nur an sie erinnern, um zu erkennen, daß sie ein göttliches Geschenk sind zu dem Zweck, Einsicht in dein wahres spirituelles Wesen zu gewinnen. [The Living Word 2, Seite 66]

Nimm dir Zeit im Universum deiner Träume. Du wirst die Gnade größerer Einsicht, Harmonie und Freude in deinem spirituellen Leben finden. [The Living Word 2, Seite 18]

Gib acht, welchen Menschen du die Träume deines Herzens anvertraust. [A Modern Prophet Answers Your Key Questions about Life,  Seite 48]

Bemühe dich um Erfolg im Leben, aber nicht auf Kosten der Träume anderer. Hilf ihnen, ihre Träume zu erfüllen, dann werden sie dir helfen, die deinen zu erfüllen. [The Living Word 2, Seite 53-54]

Es liegt Stärke in den Menschen, die große Träume haben und sich voll einsetzen. [The Living Word 2, Seite 53]

 

Frühere Leben

Wir haben eine weit größere Erbschaft als nur ein einziges Leben, und das erklärt, warum viele Kinder mit einer besonderen Begabung oder der Fähigkeit geboren werden, etwas Bestimmtes zu tun. [How the Inner Master Works, Seite 10]

Die Erde ist eine Schule, in der jeder von euch Bewußtheit über den Sinn der Existenz erlangen kann. Er besteht darin, ein spirituelles Wesen zu werden. [How the Inner Master Works, Seite 109]

 

Erfahrungen

Die Reise nach Hause zu Gott ist das, worum es im Leben geht. In gewissem Sinne ist es nicht einmal eine Reise, es ist eine fortlaufende Erfahrung. [The Slow Burning Love of God, Seite 68]

Wir sind hier auf der Erde, um die Erfahrungen des Lebens zu sammeln, ganz gleich, unter welchen Lebensumständen – durch unsere Arbeit, unsere Familie, unsere Hobbies, unseren Körperbau, unsere Krankheiten und so weiter. [Unlocking the Puzzle Box, Seite 79]

Jede Kleinigkeit im Leben, jeder kleine Zufall steht in einem spirituellen Zusammenhang. [Our Spiritual Wake-Up Calls, Seite 57]

Wir lernen durch Erfahrung. [The Dream Master, Seite 100]

Erfahrung ist wichtiger als Glaube. Durch Erfahrung können wir wissen, was wahr ist und was nicht. [Stories to Help You See God in Your Life, Seite 290]

Du bewegst dich in jedem Augenblick deines Lebens in einem Meer von Erfahrungen. Und manche Menschen gehen in diesem Meer des Lebens umher und stoßen täglich auf Wunder. [Our Spiritual Wake-Up Calls, Seite 11]

Die Stimme Gottes spricht oft zu den Menschen durch etwas, das in ihrem äußeren Leben geschieht. [Stories to Help You See God in Your Life, Seite 271]

Manchmal sind die Segnungen Gottes so selbstverständlich, daß wir sie übersehen. [The Slow Burning Love of God, Seite 129]

Suche nicht Gleichheit, suche spirituelle Freiheit. [How the Inner Master Works, Seite 24]

Die bildhafte Vorstellung ist der schöpferische Funke in uns. [How to Find God, Seite 50]

Mit der schöpferischen Kraft der Seele zu arbeiten, heißt zu lernen, seine Aufmerksamkeit zu konzentrieren. [How to Find God, Seite 287]

Die kreative Vorstellung ist das Element, das uns gottähnlich macht. [Unlocking the Puzzle Box, Seite 185]

Seele ist ewig. Sie besitzt die Fähigkeit, in unterschiedlichen Formen Erfahrungen in beliebiger Zahl zu sammeln, sowohl auf der physischen Ebene als auch auf den inneren Ebenen. [Unlocking the Puzzle Box, Seite 115]

 

Zuhören

Wahrer Gottesdienst bedeutet, auf Gott zu hören. Nicht Gott die Ohren vollzuquasseln. Es bedeutet nicht, von Gott etwas auf diese oder jene Weise zu verlangen – und meist auf unsere Weise. Auf Gott zu hören ist eine oft vergessene Form des Gebetes. [The Living Word, Seite 78]

Ganz gleich, welche Religion du ausübst, es ist wichtig, daß du lernst zuzuhören. [The Drumbeat of Time, Seite 9]

Der Himmel ist nicht ein Ort, sondern ein Bewußtseinszustand. [Stories to Help You See God in Your Life, Seite 367]

Schreibe deine Träume auf. Mache von jedem Traum, an den du dich beim Aufwachen erinnerst, eine kurze Notiz. Achte auch tagsüber auf Hinweise zu deinem Problem, die von anderen Menschen kommen. Der Heilige Geist wirkt auch durch sie. Deshalb paß auf und höre zu. [Ask the Master 1, Seite 62]

 

Erträumen

Es gibt keine Begrenzungen außer denen, die du dir selbst gesetzt hast. [What Is Spiritual Freedom? Seite 60]

Je größer dein Traum ist, desto mehr wirst du dich anstrengen müssen. [What Is Spiritual Freedom? Seite 101]

Erträume dir deinen Weg nach Hause, träume deinen Weg zurück zu Gott. Benutze deine schöpferische Vorstellungskraft, denn nur so kannst du zur Quelle allen Lebens zurückkehren. [The Dream Master, Seite 220]

Während wir heute in unserem Bewußtsein wachsen, bauen wir an unserer Zukunft. – [The Golden Heart, Seite 5]

 

 

The Mission of Soul

How are you going to make the best use of this life? How are you going to build toward an experience that is rich for Soul?

The answer is reflected in the only true mission of Soul: to become a citizen of the spiritual worlds while still in the physical worlds.

—Sri Harold Klemp, The Spiritual Life, pp. 78–79